Vorstudium und Orientierungsjahr Bildende Kunst 2010/2011
Das “Vorstudium und Orientierungsjahr Bildende Kunst” der Kunstschule
Offenburg eröffnet jungen Erwachsenen ab 18 Jahren eine neuartige Form
und Zusammenstellung künstlerisch ausgerichteter Lernfelder. Die
Schwerpunkte des Hauptunterrichts konzentrieren sich dabei auf die
bildkünstlerischen Bereiche: Malerei, Grafik, Skulptur, Plastik,
Objektkunst, Videoarbeit und Fotografie.
Ergänzende Begleitfächer mit Unterricht in TaiChiChuan, AiKiDo,
Perkussion, Tanz und Bewegungsausdruck fördern die Bildenden Künste um
Inhalte, die die Entwicklung weiterer wichtiger Grundlagen der
schöpferischen Arbeit auslösen: die Ausformung elementarer Strukturen
der Wahrnehmung, die Entwicklung geistiger und körperlicher Präsenz,
Stärkung des Konzentrationsvermögen, Förderung von Entschlusskraft oder
allgemeine Handlungssicherheit.
Ein eigener Atelierplatz fördert zusätzlich die persönliche
bildnerische Eigenständigkeit und Selbständigkeit der einzelnen
Teilnehmer/innen.
Als komprimiertes Studienjahr bietet das “Orientierungsjahr und
Vorstudium Bildende Kunst” die notwendige zeitliche und strukturelle
Basis zum Erwerb fachlicher Grundvoraussetzungen und dem Erlernen bzw.
Vertiefen handwerklicher Kompetenzen. Die Erfahrung und Intensität
eines täglichen Unterrichts gibt neue Impulse, die auch für die
allgemeine persönliche Weiterentwicklung bedeutsam werden können.
Zusätzliche Kurse mit allgemeinen berufs- und alltagspraktische Inhalte
vervollständigen die Haupt- und Begleitfächer mit interessanten Übungen
und Lernmodellen aus den Bereichen der Zeitorganisation, des
persönlichen Managements, dem Kommunikationstraining und der
Teamarbeit. Exkursionen in Museen und Ausstellungen der Region fördern
die spannende Auseinandersetzung mit Aspekten der Kunst- und
Kulturgeschichte sowie der Gegenwartskunst. Vorträge schaffen Wissen
und stellen Kontakt zu philosophischen und gesellschaftlichen
Hintergründen her.
Besondere Möglichkeiten, wie Besuche internationaler, zeitgenössischer
Bühnenkünste im benachbarten Straßburg, Teilnahme an Projekten, freier
Besuch der öffentlichen Kunstvorträge der Kunstschule Offenburg und
weiterer ausgewählter Programmpunkte erweitern den persönlichen
Horizont bzw. bauen ihn aus.
Das Konzept berücksichtigt, dass viele Ausbildungen und Berufsfelder
enormen Veränderungen unterliegen. Damit einher gehen erhebliche
Anforderungen an die Selbständigkeit, Kreativität und persönliche
Fähigkeit zur Innovation. Auch größere Flexibilität, Selbstdisziplin,
Initiativ- und Entscheidungsfreudigkeit der/des Einzelnen müssen
vorhanden sein bzw. entwickelt werden. Auch die Fähigkeit zur Arbeit in
Projektgruppen und im Team stellt heute eine grundlegende Notwendigkeit
dar.
Um diesen Ansprüchen positiv begegnen zu können, ist der Erwerb breitangelegter Kompetenzen erforderlich.
Diese beruhen im Orientierungsjahr/Vorstudium zum einen auf
unmittelbaren Praxiserfahrungen in den Lernfeldern der Künste. Zum
anderen basieren sie aber auch auf einer gezielten Ausbildung und
Lernräumen bzw. Problemstellungen, die vom Dozententeam des Jahres
eröffnet und gestaltet werden. Vor allem aber werden sie durch die
konkreten Tätigkeiten mit ihren „handfesten“ Aufgabenstellungen,
Problemlösungen und in den projektorientierten Arbeitsprozessen
erworben.
Eine zusätzliche wichtige Rolle spielt darüber hinaus der eigene
Atelierplatz, der jedem/r Teilnehmer/in außerhalb der Unterrichtszeiten
zur individuellen Freiarbeit ganztägig für das Orientierungsjahr zur
Verfügung gestellt wird.
So bieten die Künste in einem hohen Maße vielfältige Lernfelder, die
die Ausformung sogenannter Schlüsselqualifikationen ermöglichen, die
das erworbene praktische Wissen, über die jeweilige künstlerische
Tätigkeit und Problemstellung hinaus auch auf anderen Gebieten, etwa
Ausbildungen, konstruktiv zum Einsatz kommen lassen.
Das „Vorstudium/Orientierungsjahr“ ist deshalb inhaltlich so aufgebaut,
dass schwerpunktmäßig grundlegende praktische Fertigkeiten und
Techniken der Bildkünste wie Malerei, Grafik, Plastik, Fotografie bzw.
Video vermittelt und erworben werden. Dabei entstehen auch die
notwendigen individuellen Arbeiten zur Vorbereitung von
Bewerbungsmappen und zur Klärung des eigenen künstlerischen
Berufswunsches.
Der Unterricht wird von qualifizierten, lehrerfahrenen Dozentinnen und
Dozenten geleitet. Er findet wöchentlich von Montag bis Donnerstag,
täglich in der Zeit von 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr statt. Der Freitag dient
als persönlicher Studientag.
Nach 14 Uhr steht jeder/m Teilnehmenden dauerhaft ein persönlicher
Atelierplatz in einer großen Atelieretage für eigene, freie,
bildnerische Arbeiten und Studien zur Verfügung. Im Rahmen dieser
freien Studienzeit sind gesonderte Besprechungstermine mit Künstlern
über die persönliche Arbeit (z.B. Bewerbungsmappe) oder andere Fragen
der Kunst möglich.
Ergänzt wird der reguläre Wochenunterricht um weitere mehrtägige
Kunstworkshops mit Gastdozenten, etwa in den Bereichen Performance,
Druckgrafik, Tanz oder dem Wochenende „Zeichen Crash“.
Dazu zählen auch eine Studienfahrt nach Berlin, Teilnahme an
ausgewählten Vorträgen zur Kunst, Philosophie und Kunstgeschichte. Für
einen Besuch bestimmter, zusätzlicher Kurse aus dem übrigen
Programmangebot der Kunstschule Offenburg - soweit diese nicht sowieso
zum Konzept des Vorstudiums gehören - bestehen Möglichkeiten zur
kostenlosen oder stark vergünstigten Teilnahme.
In der ersten Häfte des Vorstudiums und Orientierungsjahres werden auch
6 Ausbildungsstätten (Hochschulen, Fachschulen u.a.) verschiedener
Bereiche von Kunst, Design, Mode, Kunstpädagogik etc. „Vor Ort“ besucht
um Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten aus erster Hand zu
gewinnen.
Zusätzlicher Bestandteil - mit Blick auf einen späteren Beruf - ist ein
zweiwöchiges Blockpraktikum. Es wird in einer selbstgewählten
Einrichtung aus den Bereichen Grafik-Design, Werbung, Galerien,
Kulturamt, freischaffende Kunst, Museum, Kunstpädagogik oder in einem
anderen interessierenden Bereich absolviert.
Für die Fotografie (SW) stehen ein Fotostudio und ein Fotolabor, sowie
Arbeitsplätze für die digitale Bildbearbeitung (Foto/Video) bereit.
Den Abschluss des Orientierungsjahres bildet die Bearbeitung und
Herstellung eines eigenen künstlerischen Produkts oder Projektes, das
im öffentlichen Raum vorgestellt werden soll (Ausstellung, Aktion,
Performance o.a.).
Das Orientierungsjahr / Vorstudium Bildende Kunst wird seit 11 Jahren
erfolgreich durchgeführt und in seiner Konzeption permanent den sich
ändernden Anforderungen angepasst und aktualisiert.
Wochenübersicht 2010/2011
Uhrzeit
Montag Fach/Dozent/in
Dienstag Fach/Dozent/in
Mittwoch Fach/Dozent/in
Donnerstag Fach/Dozent/in
Freitag Studientag
8:30
bis
9:30
AiKiDo H.
Bröckelmann
TaiChiChuan H.
Saemann
Perkussion D.
Schay
Tanz
und Bewegungs-
ausdruck S.
Grislin
Studientag und
div. Exkursionen
Wochenend-Workshops Freiarbeit
Pause
Pause
Pause
Pause
10:00
bis 13:00
Grafik/Zeichnung G.
Flach
M. Dréa
Malerei C.
Carter
G. Kochan
NN
Fotografie
und Video A.
Budzinski
F. Müller
Skulptur
und Objekt C.
Doerflinger
S. Hasslinger
Pause
Pause
Pause
Pause
ab
14:00
bis abends
Freiarbeit
im
Studienatelier
Individuelle
Beratung V.
Pögel / H. Bröckelmann
anschließend Freiarbeit im
Studienatelier mit
Moderation
Freiarbeit
im
Studienatelier
Skulptur
und Objekte B C.
Doerflinger
S. Hasslinger
danach Freiarbeit
Freiarbeit
im
Studienatelier
> Workshop Performance
1 Woche, mit Gastkünstlern > Workshop Drucktechniken > Kommunikationstraining
Wochenendseminar > Zeitmanagement
Kompaktkurs > wöchentl. Studientag > Praktikum 2 Wochen > Studienfahrt
nach Berlin 7 Tage
> Exkursionen zu Ausbildungsstätten (Hochschulen,
Akademien und Fachschulen) Galerien, Künstlern
und Museen der Region > sowie:
- div. Vorträge zur freien Wahl
- Freie Projekte
- Kunstgeschichte im Gespräch
- Sonder-Abo: "Kulturbus" zeitgenössische Bühnenkunst
in Strasbourg (F)
- Beteiligung an weiteren Kursen und Projekten
- Seminar: Philosophie