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Jahresprogramm
2010/2011

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Programm-Heft
Kunstsommer 2010

>> PDF-Download


Das Malspiel - Theorie und Praxis

Fortbildungen
zur Closlieuarbeit
nach Arno Stern

 

Kulturbus-Veranstaltungen Le-Maillon 2010/2011

Maillon-Wacken Hall 2 - Abfahrt 19.15 Uhr in Offenburg (19.45 Uhr in Kehl)




KULTURBUS AM 04.11.10

TANZ / FRANKREICH
EIN ABEND MIT FORSYTHE
CHOREOGRAPHIE WILLIAM FORSYTHE
INTERPRETATION BALLET DE LORRAINE


DO. 04. NOVEMBER / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

Ein Abend mit dem Ballet de Lorraine und William Forsythe, zur Vorstellung der Arbeit des Amerikaners, der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Choreographen gehört und fast zwanzig Jahre lang das Frankfurter Ballett geleitet hat.
William Forsythe steht für eine Neuerfindung des klassischen Balletts. Er zeigt völlig abstrakte, mechanische Abläufe, verbunden allein durch Schnelligkeit, Ungleichgewicht, Brüche der Bewegungen und der Linien. Jedes Stück stellt die größten körperlichen Herausforderungen an die Tänzer und steht zugleich für einen Meilenstein in der Forsytschen Entwicklung: „The Vile Parody of Address“, „Solo und Pas-de-Deux“ aus dem Jahr 1988; „The Vertiginous Thrill of Exactitude“, 1996 als tänzerisches Quartett uraufgeführt; „Steptext“ schließlich, ein Stück für eine Tänzerin und drei Tänzer, zum ersten Mal 1985 aufgeführt.




KULTURBUS AM 08.12.10

ZIRKUS / FINNLAND
PETIT MAL
RACE HORSE COMPANY
FAMILIE - AB 10 JAHREN

MI. 08. DEZEMBER / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

„Petit Mal“ greift die künstlerischen Konventionen des Zirkus auf, um sie kunstvoll auseinander zu nehmen und auf den Kopf zu stellen. Begriffe wie Senkrecht und Waagrecht verlieren ihre traditionelle Bedeutung und die üblichen Mittel des Zirkus werden völlig neu definiert. 
Mit skurrilem und sarkastischem Humor fordern die Körper in „Petit Mal“ die Gesetze der Physik heraus: Bewegung als Rohstoff und ein visueller Scherbenraum prallen aufeinander. Alles wirkt willkürlich, verträumt, und doch wird mit einer gefährlichen Brutalität die traditionelle moderne Zirkuskunst in Frage gestellt, die doch ganz auf Poesie und harmonische Bewegungsabläufe setzt.
In „Petit Mal“ wird akrobatisch am chinesischen Mast, am Trampolin und am Boden gearbeitet.
Der Regisseur, Maksim Komaro, darf als einer der bekanntesten Artisten und als Antrieb des zeitgenössischen finnischen Zirkus gelten, insbesondere mit seiner Truppe Circo Aereo. Er hat mit Jérôme Thomas gearbeitet und mehrfach seine neuen Programme in Frankreich vorgestellt.




KULTURBUS AM 13.01.10

MUSIK / SPANIEN
PITURRINO FA DE MÚSIC
VON CARLES SANTOS MIT BCN 216


DO. 13. JANUAR / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

Egal ob er komponiert, inszeniert, schauspielert, filmt oder schreibt, hat Carles Santos sich immer allen Klischees entzogen und fröhlich aller Etiketten entledigt, die man schon versucht hat ihm aufzukleben. Er ist ein Meister der Respektlosigkeit, eine Eigenschaft, die er sich mit einigen weiteren Katalanen seiner Generation teilt.
Als Klaviervirtuose ist Carles Santos genauso kühn in seinen Kompositionen: Mit der zeitgenössischen Gruppe Vinaroz BCN 216 (ein Streicherquartett, fünf Bläser und zwei Schlagzeuge) schreibt er dieses Mal ein Stück, das seine Uraufführung überleben soll.
„Neben seiner Vollendung als Konzertstück ist „Piturrino fa de Músic“ außerdem sehr unterhaltsam. Alles entwickelt sich in rasantem Tempo, unterbrochen nur durch lyrische Klavier- und Streichermomente, Alles ist sehr Carles Santos, ein genialer Grenzgänger, der mit diesem Stück beweist, dass er den Prix National de Musique uneingeschränkt verdient hat“. (César López Rosell, „El Periodico“)




KULTURBUS AM 28.01.10

THEATER, MUSIK / DEUTSCHLAND
EIN CHOR IRRT SICH GEWALTIG
INSZENIERUNG RENÉ POLLESCH / VOLKSBÜHNE BERLIN

FR. 28. JANUAR / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

„Ich fühle mich so proletarisch mit dir hier im Bett... Aber dieser leichtfertige Umgang mit dem Bankrott des Kapitalismus. Das muss aufhörn!“

Auf der Bühne: ein Chor hübscher junger Damen, die Französisch singen: Lieder, die über die Grenze gekommen sind und die das Leben und den Alltag der deutschen Nachbarn schildern. Doch dann nimmt René Pollesch sich dieser Lieder an! Der 48-Jährige scheut vor keinem populären Kunstraub zurück, von der brasilianischen Telenovela bis zum französischen Vaudeville: hier sind wir zuhause. Er gestaltet sie um, streut Zitate von Philosophen und Wirtschaftswissenschaftlern ein, setzt damit fragmentarisch, Stück für Stück, den Spiegel unserer heutigen Welt zusammen. Er sagt oft, dass er seine Schauspieler nicht anweist. Er baut mit ihnen zusammen die Aufführung auf, damit es niemals zur Erstarrung kommt.
 
Dabei ist Komplexität eine Selbstverständlichkeit und es geht immer von neuem darum, den Diskurs weiterzutreiben, der Normalität als Konstruktion entlarvt und uns täglich dazu auffordert: „Glotzt nicht so authentisch!“.




KULTURBUS AM 08.02.10

THEATER, ZIRKUS, MUSIK, TANZ / SCHWEIZ
ÖPER ÖPIS
VON ZIMMERMANN & DE PERROT
FAMILIE

DI. 08. FEBRUAR / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2


Voller Humor und Zärtlichkeit erzählt „Öper Öpis“ von den kleinen und großen Dramen im täglichen Leben. Von diesem Alltag, der jeden von uns und zu jeder Zeit aus dem Gleis werfen kann.
„Öper – jemand, auf Schweizerdeutsch –, Öpis – etwas“. In diesem Fall sind es ein Kellner und ein DJ in einer Diskothek, zusammen mit ihren Gästen. Gespielt wird auf einer wackeligen Bühne, die bei jeder Bewegung zu kippen droht. Wie das Leben eben so geht, auf und ab: Jederzeit kann sich alles zum Guten oder zum Schlechten wenden. In schnell wechselnden Situationen dreht sich hier alles um die Frage der menschlichen Beziehungen. Bei live-Musik bilden sich Paare und trennen sich wieder, es kommt zu flüchtigen, sensiblen oder heftigen Begegnungen.
Zimmermann und de Perrot, Zirkusartisten, Tänzer sowie DJ, haben gemeinsam eine eigene Bühnensprache entwickelt, die ganz ohne Text und Worte auskommt. Sie entwerfen eine Welt im Schnittpunkt von Musik, Zirkus, Tanz und Video-Kunst.




KULTURBUS AM 08.04.10

TANZ / BRASILIEN
FEBRE
CIE MEMBROS
AB 16 JAHREN

FR. 08. APRIL / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

Eine leere, weiße Bühne, fast hygienisch sauber; im Hintergrund eine Mauer. „Febre“ stellt die Probleme in ihrer ganzen Symbolik dar. Die Musik (eine Collage aus klassischer Musik und brasilianischen Volksklängen), die Videoprojektionen oder das kalte Licht werden für dramaturgische Effekte wirkungsvoll eingesetzt. Auf dieser Bühne wird mit sprunghafter Brutalität getanzt. Die Tänzer stammen alle aus den Favelas. Alle Kollateralschäden ihres Alltags, deren ganz normalen Opfer sie sind, werden hier schonungslos dargestellt.

Cie Membros wurde 1999 in Macaé gegründet, im Bundesstaat Rio, dessen Wirtschaft hauptsächlich auf der Ölförderung beruht und der in Brasilien den traurigen Rekord an Mordfällen und Totschlag hält. Zwar haben sich alle Tänzer künstlerisch in der Hip-Hop-Szene kennengelernt, aber das Hauptanliegen der Tanzgruppe besteht darin, den Körper als Instrument des Dialogs und der politischen Aussage einzusetzen. Cie Membros prägt damit einen besonders modernen, politisch engagierten Hip-Hop.




KULTURBUS AM 13.05.10

ZIRKUS / FRANKREICH
L’IMMÉDIAT
INSZENIERUNG CAMILLE BOITEL
FAMILIE - AB 8 JAHREN

FR. 13. MAI / 20.30 UHR
MAILLON-WACKEN HALL 2

Die ganze Welt steht auf der Bühne, vollgestopft mit all jenen Dingen, die keiner mehr haben will. Nichts darf angerührt werden, sonst passiert das Unwiderrufliche: es bricht alles zusammen, es kommt zum Einsturz.
Es heißt „L’Immédiat“, also das Unmittelbare, und tatsächlich kommt es unmittelbar zur Katastrophe: ein ganzes Fest von Katastrophen braut sich vor unseren Augen zusammen, es ist wie ein Dominostein, der die Kaskade auslöst. Alles purzelt durcheinander, Dinge stürzen zusammen: ganze (Karton)Mauern, Holztische, Gerümpelstapel… Also müssen die Camille Boitels Komparsen wie auf rohen Eiern gehen. Wie schüchterne Gestrandete und unverbesserliche Tollpatsche sind sie nur damit beschäftigt, davonzulaufen, Hindernisse zu umgehen, sich an Möbelstücken aufzufangen… Ihr Phlegma bleibt unerschütterlich, ihre Lethargie ist fast beruhigend angesichts des Chaos, das sie umgibt. Ihr Ziel scheint ebenso unmöglich wie unverständlich zu sein. Hier geht es einfach um ein kollegiales Loblied auf das Recht ungeschickt zu sein, um eine poetische Anleitung sich irren zu dürfen.




 
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