Geschichte

Geschichte der Kunstschule Offenburg


Dez. 1985

Der Gemeinderat der Stadt Offenburg beschließt die Gründung einer Jugendkunstschule in kommunaler Trägerschaft.

Bereits seit 1977 befassten sich die Kulturverantwortlichen der Stadt und die Mitglieder der im Rat vertretenen Parteien mit der Idee, für die praktische Vermittlung künstlerischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie  zur Förderung der Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung eine eigene außerschulische Einrichtung zu schaffen.

1984 zeichnet sich schließlich - nach breiter Diskussion - ein großer gemeinsamer Konsens ab, das kulturelle Leben der Stadt um eine neue Einrichtung zu erweitern.


Jan. 1987

In einem Pavillon der Waldbach-Schule eröffnet die „Jugendkunstschule Offenburg“ ihr erstes Programmjahr. Die ersten Kurse starten in zwei Atelierräumen in einem Pavillon. Als eine von 11 Modelleinrichtungen wird diese im Rahmen des „Modellversuch Jugendkunstschule“ von Anfang an auch vom Land Baden-Württemberg (BW) anerkannt und gefördert.

Die Startkonzeption war zuvor in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg unter der Leitung von Prof. Eberhard Brügel, Professor für Kunstdidaktik, entstanden. Prof. Brügel übernimmt für zwei Jahre bis Ende 1989 die kommissarische, fachliche Leitung.


Feb. 1990

Einrichtung der ersten hauptamtlichen Stelle für die Leitung der Jugendkunstschule. Besetzung mit Heinrich Bröckelmann, der bis dato die Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, Münster geleitet hatte. Nach Beendigung des Bewerberverfahrens Ende 1989 übernimmt er im Februar 1990 den Aufbau und Ausbau des Angebotsprofils bzw. Weiterführung der Bereiche „KinderWerkstatt Kunst“, Jugendateliergruppe, Ästhetische Frühförderung und Kurse.


1991

Mit dem Auslaufen der Modellphase beschließt die Landesregierung BW die Regelförderung der Jugendkunstschulen. Für die Verwaltung der Kunstschule wird eine erste Sekretariatsstelle bewilligt (Teilzeit).


1992

Der Kulturausschuss stimmt einstimmig der Erweiterung des Angebotsprofils der Jungenkunstschule um Projekte, Kooperationen und Veranstaltungen zu. Damit können neue Angebotskonzepte entwickelt werden, um ein noch breiteres Bevölkerungsspektrum zu erreichen.


1993

Umzug der JKS in ein Mannschaftsgebäude auf dem Ihlenfeld-Areal, der ehemaligen französischen Nato-Kaserne. Dort öffnet die Jugendkunstschule sieben Atelierräume.

Das Angebot hat nun auch den nötigen räumlichen Rückhalt für kultur- und kunstpädagogische Projekte, Veranstaltungen, Kooperationen, Ausstellungen und Mappen-Kurse. Im gleichen Jahr wird eine Stelle für eine/n Kunstpädagogin/en genehmigt und eingerichtet. Beginn einer Bildersammlung, die später als bundesweit erste Artothek ausschließlich Originale der Kinder- und Jugendbildnerei sammelt und verleiht.


1994

Änderung der Trägerschaft: Im Zuge einer großen Verwaltungsreform der Stadt Offenburg, wir die Jugendkunstschule aus der städtischen Trägerschaft herausgenommen und arbeitet seitdem - gemeinsam mit der VHS Offenburg (VHS) und später auch dem IdS-Offenburg (IdS) - als einer von drei eigenprofilierten Betriebsbereichen (VHS, KS, IdS) des neugegründeten Vereins „Volkshochschule Offenburg e.V.“. 


1997

Nach erfolgreicher Konversion, Einzug ins neue Domizil auf dem „Kulturforum Offenburg“, verfügt die Kunstschule nun über acht Atelierräume für Bildende Kunst (Malerei, Grafik, Plastik) sowie Tanz und Medien (Fotografie und Video).


1998

Mitgliederbeschluss zum Ausbau zur KUNSTSCHULE Offenburg, welche die Arbeit der bisherigen Jugendkunstschule für Kinder und Jugendliche, um neue fachliche Konzepte und Angebotsformen für Erwachsene ergänzt. Nun sind nicht nur „alle Künste unter einem Dach“ sondern auch alle Generationen und inspirieren sich gegenseitig.

Im Laufe der Zeit wächst die Zahl der freiberuflich arbeitenden Dozentinnen u. Dozenten auf jährlich rd. 80 Aktiven aus den Bereichen Kunst, Handwerk, Kunstpädagogik, Tanz, Theater. Die Artothek für Kinder- und Jugendbildnerei tritt erstmalig unter dem Namen „BildSpiel“ in die breitere Öffentlichkeit.


1999

Start des erweiterten Programms - erstmalig auch mit den Angeboten für Erwachsene: Abendstudiengänge, fortlaufende Fachklassen, Kunsttheorie, Kurzkurse, Exkursionen.

Bedeutsam ist auch der Start der ersten Sommerakademie. Parallel beginnt im Bereich der Jugendkunstschule das erste „Vorstudium und Orientierungsjahr Bildende Kunst“.

Dauernutzung bzw. Anmietung eines weiteren Großateliers „008“ auf dem Gelände des Kulturforums, welches in späteren Jahren in das Artforum 57 umsiedelt und danach (bis heute) in der Atelieretage der Villa Bauer residiert.


2001

Einrichtung einer Dauerstelle (75%) für den Bereich Erwachsenen-Kunstschule. Erste deutsch-französische Winterakademie für Bildende Kunst „La Neige“. Anmietung von Atelierraum für den Bereich Fotografie. Die Kunstschule nutzt seit dem ein Raumvolumen von 11 Ateliers.


Okt. 2004

Start der Kooperation „Kulturbus“ mit dem Theater „Maillon“ in Straßburg. In späteren Jahren starten die Kooperationen mit der Kunsthochschule „Haute école des arts du Rhin (HEAR)“, mit „La Chambre“ - Galerie für zeitgenössische Fotokunst, „Festival Longevity“, Compagnie Blicke und anderen französischen Partnern.


Jan. 2006

Start der ersten „Kunst-Zeit - das Studium der Künste am Vormittag“.


Mai 2006

Änderung der Geschäftsstruktur. Die vier außerschulischen Bildungs- und Kultureinrichtungen: „Volkshochschule Offenburg“, „Musikschule Offenburg/Ortenau“, „Institut für Deutsche Sprache“ und die „Kunstschule Offenburg“ werden in einer gemeinsamen Geschäftsführungsstruktur organisiert. Im Dezember erhält die Artothek „BILDSPIEL“ im Dachgeschoss der Stadtbibliothek Offenburg ein repräsentatives Dauerdomizil und zieht aus dem Kellerraum in der Kunstschule aus.


2007

Die Jugendkunstschule/Kunstschule Offenburg wird 20 Jahre alt. Zu diesem Anlass finden im November 2007 die 18-ten Jugendkunstschultage von BW in Offenburg statt - Titel: „Die Balance des Möglichen“. Im gleichen Jahr werden die Sommerangebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erheblich ausgeweitet und erfreuen sich seit dem als „Offenburger Kunstsommer“ einer riesengroßen Resonanz (Volumen 2017: 89 Angebote und 800 Teilnehmende).


2010

In ihrem 12-ten Jahr wird die Sommerakademie für Erwachsene um eine weitere, zweite Angebotswoche erweitert. Als grenzüberschreitende praktische Kunstbegegnung wird diese als gemeinsames, bi-nationales Projekt mit der Hochschule der Künste, Straßburg als „Sommerakademie der Künste am Oberrhein“ weitergeführt.


2013

Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen gute Bildungschancen zu ermöglichen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ab 2013 „lokale Bündnisse für Bildung“ bei der Umsetzung von außerschulischen Projekten der kulturellen Bildung. Die Kunstschule realisiert seitdem jährlich bis zu fünf Großprojekte in den Bereichen Video, Tanz und Bildende Kunst.


2014

Die Kunstschule wird in Berlin mit dem Bundespreis „Kinder zum Olymp“ für ihre Projektarbeit ausgezeichnet (2. Preis).


2015

Die Kunstschule wird in Aachen mit dem Bundespreis “Rauskommen“ ausgezeichnet (1. Preis).


2017

Im Rahmen des 30-jährigen Programmjubiläums der Kunstschule werden im Oktober die 28-ten Kunstschultage von Baden-Württemberg von der Kunstschule ausgerichtet - Titel: „Zwischen Gegen Kräfte“. Krönender Abschluss ist ein Festakt zum 30-jährigen Jubiläum mit Bühnenprogramm in der Offenburger Reithalle.

Im Sommer 2017 führte die Kunstschule Offenburg zuvor das siebte einwöchige Kunstcamp des Landesverbandes der Kunstschulen BW für besonders Kunst interessierte Jugendliche durch: „Inszenierte Körper – Körper in Szene gesetzt“.


2018

Mit einem Festakt im Haus der Kulturen der Welt wird die  Kunstschule Offenburg von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit dem ersten Bundespreis „BKM-Preis Kulturelle Bildung“ 2018 ausgezeichnet.

Im Herbst zeichnet der Fonds Soziokultur die Kunstschule für ihr interkulturelles Tanz- und Performance-Projekt „KorreponDanSe“ mit dem  Innovationspreis 2018 aus.


2019

Anfang des Jahres erfolgt ein Wechsel in der Leitung der Kunstschule Offenburg: Michael Witte wird vom Trägerverein als Nachfolger von Heinrich Bröckelmann bestimmt, der am 1. Februar 2019 in den Ruhestand geht.