PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2018/2019


Zeitgenössische Bühnenkunst




KULTURBUS AM 28. November 2018

Musiktheater / Schweiz
LEONCE UND LENA
Thom Luz / Nach Georg Büchner

Auf Deutsch mit französischen Übertiteln

Mittwoch, 28. November 2018 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Zunächst scheint es fast wie eine simple Verwechslungskomödie um einen Prinzen und eine Prinzessin, die sich der aristokratischen Ordnung widersetzen.

Auf der Suche nach Sinn irren Leonce und Lena durch die Welt. Aber wenn Georg Büchner die Geschichte zweier junger Leute erzählt, die sich in melancholischem Müßiggang verlieren, lässt er in jedem Satz seines Stücks auch einen doppelten Sinn mitschwingen. So bleibt das Komische in der Verzweiflung ebenso gegenwärtig wie das Begehren in der Leere der Langeweile. Thom Luz liest Büchners Text sehr genau und nimmt sich diesem gegenüber eine schonungslose Freiheit heraus. Er schafft ein Musiktheater, in dem die Zeit nicht mehr zu existieren scheint, wo jeder Gegenstand zum Instrument werden kann, wo jeder und jede die Welt wie durch eine Glaswand wahrnimmt. Wie kommt man durch diese Wand zum anderen? Der Schweizer Regisseur und seine Musiker-Schauspieler rollen das Stück von seinem Ende her auf und übertragen es in eine Abfolge von klingenden Bildern und Atmosphären.



KULTURBUS AM 11. Dezember 2018

Tanz, Musik / Kap Verde, Portugal
BACCHANTES – Prélude pour une Purge
Marlene Monteiro Freitas

In Zusammenarbeit mit POLE-SUD, CDCN und im Rahmen des Parcours Danse
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Dienstag, 11. Dezember 2018 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Gleich zu Beginn des Tanzes reißt uns die kapverdische Choreografin Marlene Monteiro Freitas mit in ein stürmisches Bacchanal. Mit Betreten des Saals ist das Publikum zu einer fröhlichen und wilden Zeremonie zur Feier des Dionysos geladen. Wer sind diese Bacchantinnen, inspiriert von der griechischen Mythologie, die zwischen Vernunft und Wahn, Trance und Transgression, zwischen Karneval und präziser Choreografie pendeln?

Mit fünf Trompetern und sieben Performern wirft sich Marlene Monteiro Freitas mit unerschöpflicher Energie in einen fast rasenden, rituellen Tanz. In einem Wald aus Notenpulten geben sich die Künstler mit vollem Körpereinsatz einem Klanggewirr hin, in dem nichts beliebig bleibt. Die Choreografin, die bei Anne Teresa De Keersmaeker und in der Fondation Gulbenkian in Lissabon ausgebildet wurde, wirft einen Blick in das menschliche Wesen, das zwischen Vernunft und Gefühl, zwischen Mensch und Tier zerrissen ist. Diese Bild- und Klangkomposition verleiht dem Chaos der Welt die Farben einer dadaistischen Anarchie. Ein Gesamtkunstwerk aus konkreter Musik, schriller Performance und rauschhaftem Tanz mit Ravels Bolero als Schluss- und Höhepunkt.



KULTURBUS AM 17. Januar 2019

Konzert, Filmtheater / Ungarn
WINTERREISE
Hans Zender / Kornél Mundruczó

In Zusammenarbeit mit Orchestre philharmonique de Strasbourg
Auf Deutsch

Donnerstag, 17. Januar 2019 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Vorankommen oder im Kreis gehen, suchen oder warten – was erlebt ein Mensch auf der Flucht? Der Filmund Theaterregisseur Kornél Mundruczó greift ein musikalisches Werk auf, um der Situation von Menschen im Exil nachzugehen.

Der bei den Filmfestspielen Cannes preisgekrönte Künstler schafft eine subtile Verbindung zwischen Musik, Schauspiel und Filmaufnahmen, die 2014 in einem ungarischen Flüchtlingslager entstanden. Den von erschöpfendem Stillstand und existentieller Ausweglosigkeit bedrohten Namenlosen, die wir über die Straßen Europas ziehen sehen, verleiht er die Stimme des Schauspielers und Sängers János Szemenyei. Der Tenor und das zwanzigköpfige Ensemble nehmen sich der Neubearbeitung von Franz Schuberts berühmtem Liederzyklus an, die der Komponist Hans Zender 1993 schuf. Sie spinnen das Original weiter, versetzen es mit zeitgenössischen Elementen, verzerren es bisweilen, und doch ist jedes Lied wiederzuerkennen. Zum ersten Mal präsentieren das Orchestre philharmonique de Strasbourg und das Maillon gemeinsam ein musikalisches Werk von seltener Intensität, das sich entschieden im Hier und Jetzt verankert.



KULTURBUS AM 30. Januar 2019

Tanz, Musik / Libanon
BEYTNA
Omar Rajeh / Maqamat

Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 30. Januar 2019 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





In Beytna feiert Omar Rajeh ein Familienritual, in dem Gastfreundschaft und Essen eine wichtige Rolle spielen. Und so lädt uns der libanesische Choreograf auch zu einem echten Festmahl ein.

Um einen riesigen Tisch versammelt eine Köchin ganz besondere Gäste, die mit ihr zusammen das Mahl zubereiten. Anani Dodji Sanouvi aus Togo, Moonsuk Choi aus Korea, Koen Augustijnen aus Belgien schälen, schnippeln, rühren und unterhalten sich: Wie ist ihr Verhältnis zur Tradition und zur Kunst? Welche kulturellen Einflüsse bestimmen ihre Auffassung von Kunst und ihre Tanztechniken? Bald schon lassen die vier Künstler, die aus allen Ecken der Welt kommen, ihre Körper sprechen, zeigen sich und messen sich aneinander mit ihren Tänzen und der Art und Weise, wie sie aufeinander zugehen. In Soli, Duos oder Gruppen zeichnet sich allmählich die persönliche und kulturelle Identität eines jeden in diesem Austausch ab. Begleitet von drei Oud-Spielern und einem Perkussionisten feiern sie die Vielfalt und Gemeinschaft. In diesem Sinne, in aller Offen- und Herzlichkeit, laden sie schießlich auch Sie ein, auf der Bühne ein köstliches Essen zu teilen.



KULTURBUS AM 14. März 2019

Theater, Video / Schweiz
EMPIRE
Milo Rau

Auf Arabisch, Griechisch, Kurdisch und Rumänisch mit deutschen und französischen Übertiteln

Donnerstag, 14. März 2019 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Sie sind griechischer, kurdischer, syrischer und rumänischer Herkunft. Empire folgt den Lebenswegen von vier Schauspielern, die an den Rändern Europas geboren wurden oder an dessen Ufern landeten. In ihren Schicksalen klingen die Mythen des antiken Griechenlands an.

Vier Geschichten, die ein großes Fresko entwerfen. Vier Zeugen, deren Vergangenheit von Gewalt und Aufbruch, von Krieg, Tod und Wiedergeburt geprägt ist, versuchen, in der westlichen Gegenwart einen Platz zu finden. Die nüchternen Erzählungen, zutiefst persönlich und doch universell, weben eine bewegende Saga. Sie zeichnet das Portrait eines Kontinents, dessen Zukunft zu erfinden bleibt. Empire, subtiles Dokumentartheater in der besonderen Art Milo Raus, lässt uns die Perspektiven wechseln: Welches Bild ergibt Europa von seinen Grenzen her betrachtet? Im Oszillieren zwischen Mythos und Lebensbericht, zwischen Fiktion und Fakt geht es nicht darum, eine Wahrheit zu behaupten. Sondern die Realität eines Europas zu erzählen, das schon immer von Migration geprägt war.



KULTURBUS AM 26. März 2019

Zirkus / Frankreich
OPTRAKEN
Galactik Ensemble

Keine Sprachkenntnisse erforderlich!
Für die ganze Familie (Kinder ab 7 Jahren)

Dienstag, 26. März 2019 um 20:30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Fünf Akrobaten stellen sich der stets unvorhersehbaren Realität: Wände stellen sich zwischen sie, Tennisbälle attackieren sie, Böller krachen auf dem Boden und unablässig fällt ihnen der Himmel auf den Kopf.

Zirkuskunst ist hier mehr als eine elegante Weise, die Gesetze der Schwerkraft zu überwinden, sie wird zu einer Kunst des Überlebens. Mit Akrobatik antwortet das Galactik Ensemble auf jene steten Herausforderungen und versucht, in einer tückischen Umgebung zu bestehen. Aus den kurzen Augenblicken, in denen wir die Kontrolle verlieren und es Unfälle hagelt, entwickelt die Truppe eine raffinierte Wendigkeit. Die Akrobaten erkunden den Moment, in dem der Körper aus dem Gleichgewicht gerät, die Kunst des Ausweichens und Fallens, das Einwirken einer äußeren Kraft, die allen Einsatz des Körpers fordert, der sich anpasst, biegt, verformt, um unversehrt zu bleiben. Hier kommt die ganz eigene „Situationsakrobatik“ des Galactik Ensembles zum Vorschein, eine kreative und oft urkomische Antwort auf die alltäglichen Unvorhersehbarkeiten. Ein Beweis, dass es sich auch unter dem Damoklesschwert leben und lachen lässt.



KULTURBUS IN OFFENBURG AM 10. Mai 2019

Tanz / Frankreich
HUMANOPTÈRE
Clément Dazin

In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!
Für die ganze Familie (Kinder ab 11 Jahren)

Freitag, 10. Mai 2019 um 20:30 Uhr
REITHALLE OFFENBURG





Vierzehn Hände und unzählige weiße Bälle in ständiger Bewegung, sieben Jongleure in einer punktgenauen Choreografie.

Mal im Gleichtakt, mal aus dem Takt geratend oder bis zum Absurden durch die mechanische Wiederholung konditioniert, erforschen sie mit Jonglage die Arbeitswelt. Welchen Sinn suchen wir in der Arbeit? Wie weit gehen wir, um uns in der Gesellschaft einzugliedern? Clément Dazin wirft einen allegorischen Blick auf das Leistungsprinzip als ein grundlegendes Verhältnis zur Welt. Was bringt einen Jongleur dazu, seinen Ball in die Luft zu werfen, wieder und wieder, dem unumgänglichen Gesetz der Schwerkraft zum Trotz? Die mechanische Wiederholung der Geste erinnert an den Mythos des Sisyphos und deutet auf einen sinnentleerten Arbeitsalltag hin. Der Turner, Tänzer und Jongleur Dazin hat einen Master in Management absolviert, bevor er eine professionelle Zirkusschule besuchte. Seit er seine Anzüge gegen Sportzeug eingetauscht hat, geht er in unterschiedlichen Projekten den Fragen von Leistungsdruck und Arbeitsroutine nach.



Workshop

Workshop rund um das Stück „Leonce und Lena“
mit Mathias Weibel
Mittwoch, 28. November 2018
10:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Kunstschule Offenburg

Wie lassen sich die Disziplinen Musik und Theater verbinden? Der Workshop gibt den Teilnehmenden der Vorstudiumsklasse am Beispiel des Stückes „Leonce und Lena“ theoretische und praktische Einblicke in das Zusammenwirken von Musik und Theater und die Rolle des Theatermusikers in der zeitgenössischen Bühnenkunst.

Die Teilnahme am Workshop ist mit einem Besuch der Abendvorstellung verknüpft. Geschlossene Gruppe - nur für Teilnehmende des Orientierungsjahr Kunst der Kunstschule.






Infos / Anmeldung








PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2017/2018


Zeitgenössische Bühnenkunst




KULTURBUS AM 16. November 2017

Zirkus / Frankreich
CELUI QUI TOMBE
Yoann Bourgeois / CCN2 – Centre chorégraphique national de Grenoble

In Zusammenarbeit mit TJP
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Donnerstag, 16. November 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN





In dieser akrobatischen Partitur fordern sechs Artisten die Gesetze der Schwerkraft heraus, laufen, stürzen, stehen auf, halten einander fest. Wie begegnet man dem Ungleichgewicht? Sie behausen einen Bretterboden, der  zugleich Schaukel ist und Floß, das zu sinken droht: Ein großes Viereck aus Holz hängt im Raum und wippt, schwingt, kreiselt. Schwindeltrunken versuchen die Akrobaten, dieses Bodens Herr zu werden, der sich ihnen unablässig entzieht. Irgendwo zwischen Zirkus und Tanz angesiedelt, erkundet das Stück spielerisch den stets fragilen Zusammenhalt einer Gruppe.



KULTURBUS AM 13. Dezember 2017

Tanz / Belgien
RAIN
Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas

In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 13. Dezember 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Die Choreografie zur Music for 18 Musicians von Steve Reich ist eines der elektrisierendsten Werke von Anne Teresa De Keersmaeker. Die Choreografin spitzt darin die wesentlichen Züge ihres künstlerischen Vorgehens zu. Während die Musik sich in unwiderstehlichen rhythmischen Variationen entfaltet, schaffen Tänzerinnen und Tänzer Bewegungswellen, die einander überlagern, widerspiegeln, antworten. In einem unablässigen Regen aus Bildern und verschiedenen Energiezuständen formt sich eine brodelnde, einzigartige Gemeinschaft.



KULTURBUS AM 12. Januar 2018

Tanz / Schweiz
PINK FOR GIRLS AND BLUE FOR BOYS
Tabea Martin

Auf Französisch, Deutsch und Englisch
Für die ganze Familie (Kinder ab 9 Jahren)

Freitag, 12. Januar 2018 / 20.30 Uhr
Théâtre de HAUTEPIERRE





Autos für Jungs, Barbies für Mädchen, und wer's nicht begreift, hält sich an die Farben: Geschlechtszuweisungen und angebliche Unterschiede kleiden sich auch heute noch in Rosa und Blau. Humorvoll und originell ergreifen die Choreografin Tabea Martin und ihre vier Tänzer in der Debatte über die Konstruktion der Geschlechter das Wort. Auch wenn sie sich direkt an ein junges Publikum richten, so stellt sich doch allen die Frage: Können wir von Kindern erwarten, dass sie dem sozialen Druck widerstehen?



KULTURBUS AM 2. Februar 2018

Musik, Video / Libanon, Frankreich
LOVE AND REVENGE
La Mirza et Rayess Bek

La Mirza & Rayess Bek
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Freitag, 2. Februar 2018 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Die audiovisuelle Musikperformance Love and Revenge ist eine emanzipierte und zärtliche Hommage an den arabischen Glamour und schöpft dazu aus Klassikern der Musik- und Filmproduktion der 40er bis 90er Jahre. Der Remix aus alten Songs und Filmausschnitten ist mit hypnotisierenden Bässen und einer elektrischen Oud unterlegt, die den Geist von Jimi Hendrix in einer orientalischen Tonskala heraufbeschwört. Das Künstlerquartett lädt zu einer Reise ein, die so ausgelassen und spielerisch wie politisch ist.



KULTURBUS IN OFFENBURG AM 22. Februar 2018

Tanz / Österreich
SONS OF SISSY
Simon Mayer - Kopf hoch

In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Donnerstag, 22. Februar 2018 / 20.30 Uhr
REITHALLE OFFENBURG





Der österreichische Choreograf Simon Mayer stellt den Umgang mit Folklore ins Zentrum seines Schaffens – zum Teil mit beißender Ironie. Versehen mit zwei Geigen, einem Kontrabass und einer Harmonika beginnen vier Männer zunächst aufzuspielen, dann zu tanzen. Allmählich aber bekommt der Lack der heiteren Musik Risse, werden der Volkstanz dekonstruiert und so die überlieferten Codes aufgesprengt. Von da an gehen die Tänzer ganz in einem Bewegungsritual auf. Splitternackt befreien sie den Volkstanz von seinen Konventionen und stellen die männliche Rollenbilder aus, die ihm eigen sind.



Workshop rund um das Stück „Sons of Sissy“
mit Simon Mayer
Mittwoch, 21. Februar 2018 von 15 bis 17 Uhr in der Kunstschule

Der Schuhplattler ist mehr als nur ein traditioneller Balztanz aus dem alpenländischen Raum. So soll er auch nicht mehr nur den Männern vorbehalten sein. Wie also kann man ihn verändern? Wir werden traditionelle Schuhplattler erlernen, neue erfinden und diese mit verwandten Formen wie Body Percussion, zeitgenössischem Tanz, improvisatorischen Elementen und rituellen Praktiken bereichern, ohne dabei den Spaß am Tanz und die Gruppendynamik von Volkstänzen zu verlieren.

Im Workshop werden sowohl die technischen Aspekte erlernt als auch die spirituellen und rituellen, bis hin zu den heilsamen Ansätzen dieser Traditionen.

Anmeldung in der Kunstschule Offenburg, Preis: 20,- €   zur Kursanmeldung



KULTURBUS AM 14. März 2018

Musiktheater / Belgien
MENUET
Louis Paul Boon, Daan Janssens, Fabrice Murgia

Louis Paul Boon, Daan Janssens, Fabrice Murgia
Auf Deutsch mit deutschen und französischen Übertiteln

Mittwoch, 14. März 2018 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN





Ein Mann, eine Frau, ein Mädchen – Menuet macht aus diesem Dreieck eine subtile Tragödie im Wohnzimmerformat. Er arbeitet in einem Eiskeller, zuhause begegnet er teilnahmslos seiner ständig aktiven Frau. Die junge Hausangestellte beobachtet das Paar, provoziert es und weckt so viele Sehnsüchte wie sie Abgründe aufreißt … Daan Janssens hat eine überaus plastische zeitgenössische Oper komponiert, auf die Fabrice Murgia mit eindrücklichen Bildern antwortet. Gemeinsam mit 12 Musikern und Sängern gehen sie den existenziellen Fragen nach, die der flämische Autor Louis Paul Boon in seinem Roman stellt.



KULTURBUS AM 12. April 2018

Tanz / Syrien
DÉPLACEMENT
Mithkal Alzghair

In Zusammenarbeit mit POLE-SUD im Rahmen des Festivals EXTRADANSE
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Donnerstag, 12. April 2018 / 21.00 Uhr
POLE-SUD





Mithkal Alzghair konnte nicht nach Syrien zurückkehren, in sein Land, das sich im Krieg befindet. In Déplacement erkundet er mittels Tanz und Bewegung die zerrissene Identität syrischer Körper mit Blick auf die politischen, sozialen und religiösen Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind. Er nimmt seine verschiedenen Erfahrungen auseinander und setzt sie neu zusammen: den Körper des traditionellen Tanzes, den Körper der Trance, den Körper im Krieg, den Körper des Exils ... Drei Männer versuchen auf einer leeren Bühne, neue Wege zueinander zu finden.




Infos / Anmeldung








PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2016/2017


Zeitgenössische Bühnenkünste mit dem Kulturbus ab Offenburg und Kehl




KULTURBUS AM 16. NOVEMBER 2016

Tanz / Frankreich, Deutschland
MONUMENT 0 : HANTÉ PAR LA GUERRE (1913-2013)
Eszter Salamon
In Zusammenarbeit mit POLE-SUD
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 16. November / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Eszter Salamon, einzigartige Gestalt im zeitgenössischen Tanz, inszeniert ihre ersten Stücke 2001. Ihre innovative Formensprache und ihre engagierte choreografische Handschrift wird bald bemerkt. Seit 2014 arbeitet sie an einer Serie von „Monument- Stücken“, um eine Geschichte der Menschen zu schreiben, die von der Fabel der Nationen und Ideologien unablässig verfälscht wird. Als erstes Stück der Serie zur Geschichte des 20. Jahrhunderts zersetzt MONUMENT 0 das kalte, blendende Licht der Konflikte durch populäre Tanzformen aus fünf Kontinenten.
Die Choreografin zitiert die verschiedenartigsten Vorstellungswelten, um das Spektrum einer universellen Faszination zu entfalten, die Einzelne und Gruppen in Gegenden fortträgt, die keine Vernunft bezähmen kann. Diese Tänze des Krieges und Widerstands, des Ruhmes und der Trauer verweben sich auf radikale, triebhafte Weise. Die besessenen, verrenkten Körper zeigen sich von einer Energie getragen, die der Trance nahe ist.
Ein Konfliktmonument, in dem Rufe zu den Waffen genauso widerhallen wie trauerndes Eingedenken. An der Schnittstelle von Sinnlichem und Politischem erzeugt dieses Stück einen ästhetischen und kulturellen Schock.







KULTURBUS AM 2. DEZEMBER 2016

Theater / Schweiz, Deutschland
MITLEID. DIE GESCHICHTE DES MASCHINENGEWEHRS
Milo Rau
In deutscher und französischer Sprache mit deutscher und französischer Übertitelung

Freitag, 2. Dezember 2016 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Ein totes syrisches Kind an einem Strand. Mehr Medienrummel als für die Millionen von Menschen, die seit über zwanzig Jahren in Zentralafrika ermordet werden. Mit seinem Stück klagt der Schweizer Regisseur Milo Rau das Verteilungsgefälle der westlichen Empörung und die Ambivalenz humanitärer Organisationen an.
Zwei Schauspielerinnen: Consolate Sipérius eröffnet und schließt das Stück mit einem Zeugnis aus ihrer persönlichen Geschichte. Sie ist aus Burundi und war Zeugin eines Völkermords, ehe eine belgische Familie sie adoptierte. Ursina Lardi, Schauspielerin an der Schaubühne Berlin, gestaltete ihre Figur auf der Grundlage von Berichten von Frauen, die für NGOs arbeiten.
In dem doppelten Monolog unternimmt Milo Rau eine Reise ins Herz der politischen Spannungen unserer Epoche: Er begibt sich ins kongolesische Bürgerkriegsgebiet und auf die Spuren der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten über die Mittelmeerroute. Wie ertragen wir das Leiden der anderen, warum betrachten wir es? Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs ist nicht nur eine Reflexion über die Grenzen des Mitleids, sondern auch über die des europäischen Humanismus.







KULTURBUS AM 17. DEZEMBER 2016

Zirkus, Musik / Finnland, Frankreich
MAD IN FINLAND
Galapiat Cirque / Collectif MAD
In Zusammenarbeit mit Les Migrateurs und dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Samstag, 17. Dezember 2016 / 18.00 Uhr
THÉÂTRE DE HAUTEPIERRE

Sieben Frauen in der Manege, allesamt Finninnen, die ihr Land verließen, um ihre Leidenschaft für den Zirkus zu leben. Die einstigen Kameradinnen der Zirkusschule treffen sich 2012 wieder und nehmen sich gemeinsam Zeit, um neue Schreibweisen auszuprobieren. So entsteht ein Stück über ihre gemeinsame Basis, den Zirkus, Finnland und das Fernsein von ihrem Heimatland.
Zwischen Nostalgie und den Fantasien, die ein Land entstehen lässt, das man verlassen hat, bieten sie uns ein Schauspiel voller Humor, Zärtlichkeit und Energie. Von den Tagen und den Nächten wird erzählt, von Hütten, Winter, Ski und Sauna – alles zieht im Gedächtnis der sehnsuchtsvollen Seelen vorüber. Diese Adaption von Alesksis Kivis berühmtem Roman Die sieben Brüder erzählt auch von der Entscheidung für das Zirkusleben mit seinem Alltag, seiner Wanderschaft, seinen bis zum Äußersten getriebenen Nummern und dem Risiko, das dabei täglich eingegangen wird.
Trapez, Seil, Tuch und ein großartiges Hand-auf-Hand-Duo, alles zu den Live- Klängen abgefahrener Rockmusik – ein großzügiges Schauspiel von schlichter Schönheit!







KULTURBUS AM 12. JANUAR 2017

Musiktheater / Deutschland
LA SONNAMBULA
David Marton
Frankreichpremiere
In deutscher, italienischer und englischer Sprache mit deutscher und französischer Übertitelung

Donnerstag, 12. Januar 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Diese Oper in zwei Akten von Vincenzo Bellini erzählt von einem Liebestrio: Zwei Frauen lieben denselben jungen Privatier. Erst glaubt er sich von seiner Versprochenen verraten, die durch seine schlafwandelnden Nächte wandelt, dann von seiner zweiten Erwählten, der Dorfgastwirtin, die Spuren der Untreue hinterlassen hat. Glücklicherweise kommt der Graf, entwirrt die Fäden des Rätsels und versöhnt die beiden Liebenden, die endlich ihre Vereinigung feiern können.
Der ungarische Regisseur David Marton dekonstruiert diese Oper, um daraus ein Musik- und Theaterstück zu machen. Den verschiedenen Protagonisten verleiht er leidenschaftliche, fesselnde Persönlichkeiten und verwandelt die lyrische Struktur in eine fantasie- und humorvolle Form. Er stützt sich auf die Omnipräsenz von Musik in unserem Leben, um das hohe Genre des Gesanges näher an unseren Alltag heranzubringen.
Die klare, rhythmische Erzählweise, die er entwickelt, transportiert das ursprüngliche Werk durch die Zeiten, um es uns besser nahezubringen und zeitlos zu machen.







KULTURBUS IN OFFENBURG AM 22. MÄRZ 2017

Tanz, Musik / Frankreich
BOUNCE!
Compagnie Arcosm / Thomas Guerry & Camille Rocailleux
In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 22. März 2017 / 20.30 Uhr
REITHALLE OFFENBURG

Die 2001 in Lyon gegründete Compagnie Arcosm wird von Thomas Guerry, Tänzer und Choreograf, und Camille Rocailleux, Schlagzeuger, Pianist und Komponist geleitet. Mit BOUNCE! setzen sie ihre Arbeit an den Übergängen zwischen Tanz, Musik, Körper, Klang und Bewegung fort.
Auf der Bühne stimmen sich zwei Musiker ein, zwei Tänzer machen Aufwärmübungen. Urplötzlich bricht eine Störung ein. Sie scheinen nervös, stolpern, die Noten flattern fort... Mitten auf der Bühne steht ein großes Hindernis aus Holz! Die Darsteller tanzen, singen, schubsen sich, klettern, fallen, fangen sich wieder... und brauchen all ihre Einbildungskraft, um den mysteriösen Klotz ins Spiel zu integrieren, als Turngerät, als musikalische Oberfläche, als Joker, der eine Vielfalt an Spiel-Kombinationen ermöglicht. Dank der Virtuosität dieser „Chamäleon“-Künstler verschmelzen im Spiel ihrer Zusammenstöße Musik, Tanz, Körper und Bühnenbild und geben je nach Belieben ein Tanzkonzert oder eine musikalische Choreografie zu sehen, die quicklebendig ist!


Speziell in diesem Jahr: Eltern-Kind-Workshop rund um das Stück „Bounce!“

Donnerstag, 23. März 2017 von 16 Uhr bis 17.15 Uhr in der Kunstschule

Die Compagnie Arcosm lädt Kinder und Eltern ein, ihr musikalisches Theater und ihre Welt rund um Musik und Bewegung, Rhythmus und Tanz zu entdecken. Die Teilnehmer werden unter der Anleitung eines Tänzers der Compagnie verschiedene künstlerische Disziplinen kennenlernen und selbst praktizieren.

Preis: 10 € (für einen Erwachsenen mit einem Kind), Anmeldung in der Kunstschule.







KULTURBUS AM 25. APRIL 2017

Theater / Libanon, Kanada, Frankreich
SOEURS
Wajdi Mouawad
In französischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Dienstag, 25. April 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Am Steuer ihres Autos lauscht Geneviève Bergeron weinend der überwältigenden Stimme einer Diva aus Quebec. Sie zählt sich ihre Mängel auf. Die brillante Anwältin, spezialisiert auf Mediation in internationalen Konflikten, ist unfähig, auch nur den kleinsten Wunsch zu nennen. Ihre Jugend ist vorbei. Das Maß ist voll, doch weiß sie noch gar nicht, wie sehr. Was nun im Zimmer 2121 in Ottawas Palace auf sie wartet, bringt das Fass zum Überlaufen.
Mit zerzauster Mähne und Pelzparka tritt Layla auf, Katastrophen-Expertin mit Notauftrag. Sie ist genauso alt und hat genauso die Nase voll wie Geneviève. Am Mobiltelefon ihr Vater, ein Libanese im Exil, der sich beklagt.
Diese Tragikomödie stützt sich auf ein Bühnenbild, das Klangmontage, Bild, Video, Zeichnungsskizzen, synthetische Behandlung von Objekten usw. verbindet.
Annick Bergeron, die einzige Schauspielerin, verkörpert großartig beide Frauen und ihren parallel verlaufenden Weg: die Erfahrung des Entbehrens der Herkunftssprache und des Exils.







KULTURBUS AM 10. MAI 2017

Tanz / Italien
FOLK-S, WILL YOU STILL LOVE ME TOMORROW?
Alessandro Sciarroni
In Zusammenarbeit mit POLE-SUD im Rahmen des Festivals EXTRADANSE
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 10. Mai 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Ehe man sieht, hört man. Hört Schuhe trampeln, Hände auf Schenkel klatschen, hört den Rhythmus der Körper, die einen Marathontanz eröffnen. FOLK-S, will you still love me tomorrow? geht vom Schuhplattler aus, diesem unglaublichen bayrischen Tanz, bei dem der Darsteller sich auf Schenkel, Waden, Schuhe und Füße klatscht und dabei von einem Bein aufs andere hüpft. Was ursprünglich der Brautwerbung diente, wird hier zum Antrieb einer Trance, die Tänzer wie Zuschauer in einem hypnotischen Reigen davonträgt.
Die sechs Darsteller machen sich die Energie und Struktur dieses Volkstanzes zu eigen und übertragen ihn in einen zeitgenössischen Kontext. Von einer eindringlichen rhythmischen Sequenz in Endlosschleife getragen, ordnet sich der Raum neu an: Solos, Duos entstehen nach ihrer eigenen Logik, und die Gruppe wandelt sich wie organische Materie, schließt sich, ehe sie wieder auseinandersprengt.
Die szenischen Objekte des Choreografen und Regisseurs Alessandro Sciarroni faszinieren zwischen Tanz, Performance und Anthropologie des Rituals.







ABO 7+1: KULTURBUS AM 5. APRIL 2017

Tanz, digitale Kunst / Frankreich
LE MOUVEMENT DE L’AIR
Compagnie Adrien M & Claire B
In Zusammenarbeit mit Les Migrateurs und dem TJP
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 5. April 2017 / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Wie lässt man das Unmerkliche Körper annehmen und das Unsichtbare einer Luftbewegung sichtbar werden? In den feinsten Nuancen ihrer Bahn, von langsam und zart bis lebhaft und transparent, vom Subtilsten zum Machtvollsten?
Auf der Bühne drei Tänzer, ein Bogen aus digitalen Bildern, ein Live-Musiker. Die schwerelosen Körper schweben buchstäblich in der Luft, spielen mit einer Rauchwolke, werden von einem Wirbel erfasst. Die mal geometrischen, grafischen, mal gespenstischen oder himmlischen Bilder sind mehr als Dekor, sie werden live von einem Algorithmus generiert, atmen mit den Körpern der Tänzer, werden allabendlich zu neuen Landschaften, sind echte Spielpartner.
Keine technische Meisterspielerei, sondern ein Traum aus Bewegung, ein atemberaubendes choreografisches Wunderwerk. Keine Geschichte, sondern eine Schrift aus Bild und Wunsch: dem Wunsch, sich von der Bewegung der Luft tragen zu lassen, um die Grenzen zu öffnen und zu verschieben.
Nach Convergence 1.0 und Cinématique, die beide im Maillon zu Gast waren, entdecken Sie nun die brandneue Arbeit von Adrien M & Claire B, die Begegnung eines jonglierenden Informatikers und einer Bühnenbildnerin.







Infos / Anmeldung








PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2015/2016


Zeitgenössische Bühnenkünste mit dem Kulturbus ab Offenburg und Kehl




KULTURBUS AM 25. NOVEMBER 2015


Musik, Theater / Belgien
EN AVANT, MARCHE !
NTGent, les ballets C de la B, Frank Van Laecke, Alain Platel, Steven Prengels
In verschiedenen Sprachen

Mittwoch, 25. November / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

En avant, marche ! (Vorwärts, Marsch!) ist ein Augen- und Ohrenschmaus, der poetisch die Irrungen eines Menschen inszeniert, der sich über seinen Platz befragt, in seinem Musikensemble und im Leben.

Das erste, was ins Auge springt, sind die zwei parallelen Goldbänder an der Naht der Uniformhosen. Gold ist hier überall: auf den Jackentressen der Blaskapelle und den Kostümen der Majoretten. Es ist auch die Farbe der Posaune, die der zurückgestufte alte Mann nicht mehr spielen kann, der aus Krankheitsgründen nun die Zymbeln schlagen darf. Das zweite, was im Ohr klingt, sind die warmen Harmonien der sich einstimmenden Blechbläser, die Mischung der Idiome (Französisch, Deutsch, Italienisch, Englisch…), Flüche, Gegurgel und Lachsalven, die sich in die Musik von Beethoven, Verdi, Mahler und volkstümliche Märsche mischen.






KULTURBUS AM 11. DEZEMBER 2015


Tanz / Frankreich
LE CORPS DU BALLET NATIONAL DE MARSEILLE
Emio Greco | Pieter C. Scholten
In Zusammenarbeit mit Pôle Sud
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Freitag, 11. Dezember / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Inspiriert von Elias Canettis Masse und Macht erkundet Le Corps du Ballet National de Marseille das Verhältnis des individuellen Körpers zum Kollektivkörper.

Seit 2014 wird das berühmte Ballet National de Marseille (BNM) von dem Choreografen Emio Greco, der Darsteller bei Jan Fabre war, und dem niederländischen Regisseur Pieter C. Scholten geleitet. Auf der Bühne erscheinen siebzehn maskierte Tänzer. Hier ist die Gruppe Masse und kennt keine Einzelperson, die Tänzer bilden nur einen einzigen Körper, ähnlich einer Armee. Dann fallen die Masken und die Einzelpersonen gewinnen Gestalt. Jeder Darsteller existiert nun unabhängig vom Kollektivkörper. In einem höllischen Rhythmus bewegen sich die Tänzer mit einwandfreier Technik in einer üppigen Choreografie voll komplexer Gestik: Mehrfachdrehungen, Schlagfolgen, Sprünge, Unisonos und Solos folgen aufeinander und geben eine neue Form von zeitgenössischem Ballet zu sehen.






KULTURBUS AM 13. JANUAR 2016


Theater / Italien
LE SORELLE MACALUSO
Emma Dante
In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
In palermischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Mittwoch, 13. Januar / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Le sorelle Macaluso erzählt die Familiengeschichte von sieben Schwestern, die sich auf der Beerdigung einer von ihnen wiedersehen.

Diese unerhoffte Versammlung wird zum Ausgangspunkt einer gedanklichen Reise in die Vergangenheit, die lebhafte Kindheitserinnerungen erweckt. „Während der Zeremonie halten die Schwestern inne“, so Emma Dante, „um sich an ihre Geschichte zu erinnern, sich Dinge vorzuwerfen, zu träumen, zu weinen und zu lachen: an der Grenze zwischen hier und dort, zwischen jetzt oder nie mehr, zwischen ist und war.“ Die weltweit renommierte italienische Regisseurin Emma Dante gewährt hier einen Einblick in das Intimste einer armen sizilianischen Familie, authentisch in sizilianischem Dialekt erzählt. Le sorelle Macaluso wurde auf dem Festival von Avignon 2014 gefeiert und wird in zahlreichen Theatern und Festivals gezeigt.






KULTURBUS AM 25. FEBRUAR 2016


Zirkus / Finnland
SUPER SUNDAY
Race Horse Company
In Zusammenarbeit mit Les Migrateurs
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!
- Ab 10 Jahren -

Donnerstag, 25. Februar / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Die Zirkusleute der Race Horse Company waren 2010 mit Petit Mal im Maillon zu Gast. Nun kehren sie noch entfesselter mit ihrer jüngsten Produktion zurück: Super Sunday.

Für das Stück, das nichts von einem Sonntagsspaziergang hat, stoßen drei neue Künstler zu den Gründungsmitgliedern der Compagnie. Nichts scheint unter dieser machtvoll niedergehenden Lawine Widerstand zu leisten: Todesrad, Trampolin, Reitnummern, koreanische Wippe, Menschenschleuder stehen auf dem Programm. Die Künstler bewegen sich in einem sensationsstarken Vergnügungspark, energiegeladen wie Vollblüter. In bunten Hawaihemden und Bermudas donnern diese Draufgänger mit voller Kraft voran und machen vor nichts Halt, im Wechsel von Turnnummern, Akrobatik, Breakdance, mit dem Humor und Spott, der für diese Compagnie typisch ist.






KULTURBUS IN OFFENBURG AM 9. MÄRZ 2016


Tanz / Österreich
MORE THAN NAKED
Doris Uhlich
In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!
Nach der Vorstellung: Publikumsgespräch mit der Choreografin (in deutscher Sprache)

Mittwoch, 9. März / 20.30 Uhr
REITHALLE OFFENBURG

In more than naked lassen 20 nackte TänzerInnen ihr Fleisch wackeln, schnalzen und schwabbeln. Ihre Körper klatschen aufeinander, schwitzen und krachen von Dancefloorhits bis zu barocken Klängen.

20 Menschen auf der Bühne sind mehr als eine Gruppe – sie sind eine Gesellschaft. Und diese Gesellschaft bringt sich in Bewegung. Doris Uhlich steht dabei als DJ auf der Bühne ganz unter dem Motto: Let’s party our body! Dabei schafft es more than naked Nacktheit frei von Ideologien und Provokation auf die Bühne zu bringen. Weder ist man peinlich berührt, noch fühlt man sich als Voyeur. Der Körper wird nicht zum Fetisch, zum Objekt degradiert und Fleischlichkeit nicht metaphorisch oder poetisch ideologisiert, sondern materiell aufgefasst und der Kör- per dabei mit seiner ganzen Masse und Wucht, aber auch seiner Fragilität gezeigt. Schon in mehr als genug hat Doris Uhlich „ihr Fleisch“ zum Schwingen gebracht und daraus eine Fetttanztechnik entwickelt. more than naked ist die konsequente Fortsetzung dieser Beschäftigung mit Körperdiskursen und zersprengt ungemein subversiv gängige Vorstellungen vom Körper, von Tanz und Nacktheit.






KULTURBUS AM 27. APRIL 2016


Zirkus / Frankreich
BELLE D’HIER
Phia Ménard / Cie Non Nova
In Zusammenarbeit mit dem TJP
Keine Sprachkenntnisse erforderlich!

Mittwoch, 27. April / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Auf der Suche nach der Wahrheit, fern vom Mythos des Traumprinzen erzählt Phia Ménard Geschichten der Veränderung, im Widerhall mit ihrer persönlichen Geschichte, auf der Suche nach ihrer Wahrheit. Braucht man diesen kaputten Prinzen wirklich?

Von der Bühne her starren etwa dreißig in Eis eingefrorene Kleider das Publikum an. Unter der Wirkung der vergehenden Zeit und der Wärme beginnen sie zu schmelzen und die Form zu verlieren. Fünf Frauen in Zorn und Widerstand schlagen sie in der Weise der Waschfrauen von einst, wie um mit dem abzuschließen, der nicht mehr wiederkommt. Das Projekt I.C.E. (Injonglabilité Complémentaire des Eléments / Komplementäre Unjonglierbarkeit der Elemente), Leitfaden der Compagnie, konzentriert sich auf Luft und Wasser, uns entgehende Materien, aus denen poetischen Arbeiten entstehen. Sie tragen die Züge einer neuen Art von Zirkus, mit dem sie die Codes unserer Gesellschaft hinterfragen.






KULTURBUS AM 3. MAI 2016


Theater, Tanz, Musik / Deutschland, Elfenbeinküste
NOT PUNK, POLOLO
Gintersdorfer/Klaßen
In französischer und deutscher Sprache

Dienstag, 3. Mai / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Seit 2005 arbeiten Gintersdorfer/Klaßen mit einem deutsch-ivorischen Team an Theaterperformances.

Ausgangspunkt ihrer neuesten Arbeit ist der legendäre Gangster John Pololo, der in den 80er und 90er Jahren eine stilprägende Kunstfigur geschaffen hat. Die Pololo-Bewegung in der Hauptstadt Abidjan lebt von der Straßenkultur und dem Schick der schweren Jungs, Muskelmänner, Türsteher und Schläger. Analog zur amerikanischen Gangster-Rap-Kultur beeinflussen sie das ivorische Showbiz bis heute. Formal orientiert sich die Performance an in der Elfenbeinküste beliebten Tanzshows, den Varietoscopes, wo mit einfachen Mitteln maximale Wirkung erzielt wird. In Not Punk, Pololo verhandeln 18 Musiker, Tänzer und Performer Gemeinsamkeiten und Unterschiede von ivorischer Straßenkultur, Disco, Vogueing und Punk. Aus dieser energetischen Melange entsteht ein popkultureller Kosmos mit unterschiedlichen Body-Languages und verschiedenen Sprachen. Die daraus entstehenden Übersetzungsfehler und popkulturellen (Miss-)Verständnisse lassen neue Assoziationen und ungeahnte Parallelen entstehen. Und das ist vielleicht der eigentliche Witz dieses Abends: Die Unvereinbarkeit von Theater und Pop, mit den Mitteln des einen am Austragungsort des anderen, in eine enorm unterhaltsame Praxis zu übersetzen.






ABO 7+1: KULTURBUS AM 21. MÄRZ 2016


Theater, Musik, Bildende Künste / Frankreich, Deutschland
THE VENTRILOQUISTS CONVENTION
Gisèle Vienne, Dennis Cooper, Puppentheater Halle
In Zusammenarbeit mit dem TJP // Im Rahmen der Giboulées, Biennale Internationale Corps-Objet-Image
In englischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Montag, 21. März / 20.30 Uhr
TJP / Grande Scène

Jedes Jahr findet in Kentucky das größte internationale Bauchrednertreffen statt, nahe Vent Haven, einem Museum mit abgespielten Marionetten toter Bauchredner.

Gisèle Vienne taucht den Zuschauer in diese Convention und erzählt von einschlägigen Momenten: Nummern werden vorgeführt, berufliche und private Fragen im Umfeld dieser Tätigkeit angesprochen. Auf den ersten Blick einfach, entfaltet sich das Stück dann wie eine Partitur und deckt die verschiedenen Schichten des Dialogs auf: die Stimme des Bauchredners selbst, in Zivil oder im Spiel, und jene ganz besondere, als Bauchrednerei gedeutete sogenannte „dritte Stimme“, die keinerlei physische Verkörperung hat und gespenstisch scheint. Dennis Cooper schreibt diese komplexe Partitur, eine noch nicht dagewesene Form für neun Bauchredner-Marionettisten mit mindestens siebenundzwanzig Stimmen. Dieses Projekt ist die Frucht einer Zusammenarbeit von Gisèle Vienne und dem legendären Puppentheater Halle.







Infos / Anmeldung








PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2014/2015


Zeitgenössische Bühnenkünste mit dem Kulturbus ab Offenburg und Kehl




KULTURBUS AM 5. NOVEMBER 2014


OBJEKTTHEATER, VIDEO / NIEDERLANDE
LA GRANDE GUERRE (THE GREAT WAR)
Hotel Modern & Arthur Sauer
In Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Offenburg
In französischer Sprache mit deutscher Übertitelung
Ab 12 Jahren

Mi 5. November / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Das niederländische Kollektiv Hotel Modern besteht aus Schauspielern, Modellbauern, Performancekünstlern und einem Komponisten und Geräuschemacher, und sein Markenzeichen ist die Live-Realisierung von Animationsfilmen. So entsteht eine einzigartige Theaterform, bei der die Schauspieler mit Hilfe von Fingerkameras Miniaturlandschaften filmen, untermalt von einer live eingespielten Tonspur.
In The Great War sieht man dabei zu, wie sich aus Sägemehl, Komposterde, rostigen Nägeln oder auch Petersilienstängeln als Bäumen die Landschaften der Westfront aufbauen. Ein Zerstäuber lässt es regnen, ein Gasbrenner sorgt für Bombardements, eine friedliche, ländliche Gegend verwandelt sich in einen klaffenden Granattrichter. Kontaktmikrofone, Verzerrung und Verstärkung lassen ein kleines Klopfen auf den Tisch zu einer Granatdetonation werden, das Kratzen eines Streichholzes zu entweichendem Senfgas. Schon sind wir eingetaucht in den erschreckenden Alltag von Prosper, einem einfachen Soldaten, der sich in diese Kriegstragödie verirrt hat, und folgen ihm anhand der Briefe, die er aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs an seine Mutter schreibt.






KULTURBUS AM 4. DEZEMBER 2014


OPER, ZIRKUS / BELGIEN
DARAL SHAGA
Cie Feria Musica / Libretto Laurent Gaudé
Musik Kris Defoort / Regie Fabrice Murgia
In französischer Sprache mit deutscher Übertitelung
Ab 12 Jahren

Do 4. Dezember / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Das Oratorium Daral Shaga für drei Sänger, drei Musiker, fünf Akrobaten und einen Geisterchor zeichnet zwei Wegverläufe nach, den eines zurückkehrenden Emigranten und den eines Duos Vater/Sohn auf dem Weg in ein besseres Anderswo.
Philippe de Coen von der Compagnie Feria Musica (2012 mit Infundibulum im Maillon) bringt den Schriftsteller Laurent Gaudé (2004 Prix Goncourt für Le Soleil des Scorta, dt. Die Sonne der Scorta), den Komponisten Kris Defoort (An Old Monk in der letzten Spielzeit oder The Brodsky Concerts), den Regisseur Fabrice Murgia (2010 mit Le Chagrin des Ogres beim Festival Premières und 2013 mit Ghost Road) sowie das Ensemble VOCAAL LAB zusammen, um eine zeitgenössische Zirkusoper auf die Bühne zu bringen.






KULTURBUS AM 19. JANUAR 2015


THEATER / SPANIEN, SÜDKOREA, CHINA
TODO EL CIELO SOBRE LA TIERRA (EL SÍNDROME DE WENDY)
Angélica Liddell / Atra Bilis Teatro
In Zusammenarbeit mit der Filature Mulhouse
Auf Spanisch, Mandarin und Norwegisch mit französischer und deutscher Übertitelung
Ab 18 Jahren

Mo 19. Januar / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Angélica Liddell ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen Europas. Sie erarbeitet entschieden atypische Bühnenwerke, in denen Tanz, Theater, Performance, Musik und Video ungestüm aufeinanderprallen. Als Nachkommin einer ganzen Reihe von spanischen Künstlern, für die der Körper im Epizentrum ihres Werkes steht, macht sie aus dem Leib einen schmerzhaften Diskurs, ebenso mächtig wie der Strom der Worte, den sie über den Zuschauer ergießt.
Sie wagt hier eine erstaunliche Parallele zwischen Neverland, der imaginären Insel von Peter Pan, und dem Amoklauf von Utøya in Norwegen, wo 2011 69 Jugendliche den Schüssen von Anders Breivik zum Opfer fielen. Zwei Inseln, auf denen – auf die eine oder andere Weise - „die Personen aufgehört haben, erwachsen zu werden“.
Umgeben von acht Schauspielern und neun Musikern verwandelt Angélica Liddell die Bühne in eine Insel mit Indianern, Krokodilen, Kindern, die nicht erwachsen werden wollen, und Greisen, die zur Musik eines unglaublichen Orchesters nicht aufhören, Walzer zu tanzen. Auf den Drehwurm des eng umschlungenen, immerfort lächelnden Paares aus Shanghai folgt Angélica Liddell - und die Mütter kriegen kräftig eins in die Visage.






KULTURBUS AM 4. FEBRUAR 2015


ZIRKUS, TANZ, PANTOMIME / SCHWEIZ
HALLO
Martin Zimmermann
Keine Sprachkenntnisse erforderlich
Ab 10 Jahren

Mi 4. Februar / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Wir kannten sie zu zweit: Zimmermann & de Perrot (Gaff Aff, Öper Öpis, Hans was Heiri), hier nun Martin Zimmermann allein.
Der Bewegungskünstler, Clown mit knochentrockenem Humor und geniale Tüftler kreiert ein Solostück, in dem er versucht, das zu bändigen, was ihn am hartnäckigsten fasziniert.
Martin Zimmermann erschafft einen Raum, der wie das Schaufenster eines Kaufhauses wirkt. In ihm wird er sich mit seiner tragikomischen Figur selbst in Szene setzen. Der strenge Rahmen erweist sich als viel dynamischer, als es scheint. Der Schauspieler muss mit der Schwerkraft jonglieren, die Gegenstände um ihn herum kommen auf ihn zu, machen sich selbständig.
In seinem Theater der Schicksalhaftigkeit versucht er unzählige Male, sich aus unhaltbaren Situationen zu befreien; er verwechselt sich mit seinem eigenen Spiegelbild, faltet sich zusammen, als wolle er seine Requisiten nachahmen. Eine andere Sprache löst sich aus diesem von den Bühnenjahren gezeichneten Körper, eine andere Dringlichkeit kommt zum Vorschein. Ein durch seine Wahrhaftigkeit verblüffender Künstler mit einem irren Humor.






KULTURBUS AM 26. MÄRZ 2015


THEATER, BILDENDE KÜNSTE / ITALIEN
GO DOWN MOSES
Romeo Castellucci / Socìetas Raffaello Sanzio
In italienischer Sprache mit französischer Übertitelung

Do 26. März / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

„Meine neue Arbeit wird die verschiedenen Momente aus dem Leben von Moses nachzeichnen, jedoch ohne ihn als historische Figur darzustellen, denn die Abenteuer dieses Menschen haben etwas, was darüber hinausgeht, etwas, das untrennbar mit unserer Zeit verbunden ist.
Das Stück wird sich aus Tableaus und Fragmenten zusammensetzen und wird sein wie ein Eintauchen in die tiefe Psyche, in den Thalamus, so wie in das Gehirn eines Operierten in Narkose, der das gesamte Leben von Moses träumt, oder der vielleicht träumt, ein präkognitiver neuer Moses in einer neuen Welt zu sein. Es gibt Verwerfungen in der Raum-Zeit des erdachten Lebens, zeitliche und psychische Knoten, die, wie bei einer schwindelerregenden Reise im Kreis, in die Geschichte der Zivilisation führen werden.
Der Titel ruft das berühmte Spiritual der amerikanischen Sklaven in Erinnerung, die im hebräischen Volk das Zeichen sehen, das ihre Rückkehr nach Afrika ankündigt, so wie die Israeliten aus Babylon und – dank Moses – aus Ägypten ausziehen konnten, wo sie Gefangene waren.“ Romeo Castellucci






KULTURBUS AM 22. APRIL 2015


TANZ, MUSIK / FRANKREICH
D’APRÈS UNE HISTOIRE VRAIE
Choreografie Christian Rizzo / l’association fragile
Keine Sprachkenntnisse erforderlich

Mi 22. April / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

In Zusammenarbeit mit Pôle Sud im Rahmen des Festivals Pôle Danse
Christian Rizzos Stück, ein Ereignis auf dem Festival von Avignon 2013, ist inspiriert von einer Erinnerung Rizzos an einen spontanen und improvisierten Rundtanz von jungen Männern in Istanbul. Der Choreograf schafft einen Raum, in dem sich der Tanz und seine Beziehung zur Musik über die populären und zeitgenössischen Kategorien hinwegsetzt, mit Vorstellungen von Sturz und Selbstaufgabe in Berührung kommt und jedem erlaubt, dank der Präsenz des Anderen, dem unmittelbaren Kontakt zu ihm, standzuhalten.
Acht Tänzer finden sich zu einem von mediterraner Folklore und Tribal Rock gefärbten Ritual zusammen. Fließende und kontinuierliche Bewegungen, Reigen von Händen, Rundtänze, Sprünge und Duos: Die choreografische Handschrift entfaltet sich in einem endlosen Fresko. Verstärkt durch die Livemusik von zwei kraftvollen Schlagzeugen wird der Tanz von einer vibrierenden Maskulinität durchzogen, fragil und solidarisch zugleich, zwischen zarter Aufmerksamkeit und magnetischer Energie.






KULTURBUS AM 12. MAI 2015


TANZ, THEATER, MUSIK / BELGIEN
COUP FATAL
KVS & les ballets C de la B
Serge Kakudji, Rodriguez Vangama, Fabrizio Cassol, Alain Platel

Keine Sprachkenntnisse erforderlich

Di 12. Mai / 20.30 Uhr
MAILLON-WACKEN

Im Juli 2009 organisiert das Königlich Flämische Theater KVS ein erstes Kunstfestival in Kinshasa, anlässlich der letzten Vorführungen von Pitié, einem Stück, in dem der Regisseur und Choreograf Alain Platel und der Komponist Fabrizio Cassol erstmals mit dem kongolesischen Countertenor Serge Kakudji zusammenarbeiten.
2010 verfolgen Musiker aus Kinshasa die Idee einer Zusammenarbeit mit Serge Kakudji weiter. Zu ihnen gesellen sich erst der Gitarrist Rodriguez Vangama, später auch wieder Fabrizio Cassol und Alain Platel. 2012 sind die dreizehn Musiker von Coup Fatal ein festes Orchester geworden, das ebenso mit italienischen Barockarien arbeitet wie zum Thema der Société des Ambianceurs et des Personnes Élégantes.
Im Kongo bedeutet Coup Fatal Vergewaltigung, Kindesmisshandlung. Vor einer Bühnenkulisse aus Patronenhülsen, die mitunter als Marimba dienen, müssen die Gesten freilich groß und angeberisch sein, muss das Nichtssagende grell herausstechen. Eher als ein afrikanischer Beitrag zur Barockmusik ist Coup Fatal eine Ode an die gnadenlose Eleganz ebenso wie an den kompromisslosen, einen Hauch machistischen Humor der Kongolesen.







Infos / Anmeldung








PROGRAMM KULTURBUS
SPIELZEIT 2013/2014


Zeitgenössische Bühnenkünste mit dem Kulturbus ab Offenburg und Kehl




KULTURBUS AM 5. NOVEMBER 2013


ZIRKUS / FRANKREICH
DE NOS JOURS [NOTES ON THE CIRCUS]
VON IVAN MOSJOUKINE
Ab 10 Jahren

DI 5. NOVEMBER / 20:30 UHR
THÉÂTRE DE HAUTEPIERRE

In achtzig „Stichworten“ (von „Vorhang auf“ bis „Vergessen“), die eins nach dem andern in frischester Zirkussprache aufpoliert werden. Von wem? Von vier Künstlern, die alle aus verschiedenen Schulen und von verschiedenen Horizonten stammen (Theater, Musik, Zirkus, Film), und ihren Leitmotiven freien Lauf lassen: ausprobieren, wagen, Erfindungsreichtum und Humor.
Stichwort um Stichwort zeigt sich in diesen verschrobenen und aberwitzigen Episoden ein eigener Blick auf die Zirkuswelt zwischen Seilen, Balanceakt, Bällen, Masten, Messerwerfen, Redefetzen, und diese Erzählung verströmt eine einzigartige poetische Substanz.






KULTURBUS AM 18. DEZEMBER 2013


ZIRKUS / BELGIEN
SINUÉ
VON FERIA MUSICA
Ab 8 Jahren

MI 18. DEZEMBER / 20:30 UHR
MAILLON-WACKEN

In Sinué zeigen fünf Akrobaten ihr Können und ihre Energien sind so gegensätzlich, wie sie einander ergänzen. Sinué ist eine Forschungsreise durch die Welt, es findet eine Sprache für den Taumel und für die Intensität des Entdeckens. Aber gleichzeitig erzählt es auch von der Zerbrechlichkeit der Kindheit, wenn sich vor einem Abgrund die Angst einschleicht. Oder wenn man vor der Ungeheuerlichkeit und dem Hin und Her des Erwachsenwerdens steht, wie vor einem Berg, den es zu erklimmen gilt.
Ein Baum wie eine monumentale, metallene Wirbelsäule wurzelt auf der Bühne inmitten von Tauen und Masten. Er ermöglicht der Figur, ihren Platz in diesem Initiationsparcours zu finden.
Die Musiker sind auf der Bühne und geben den Aktionen die Impulse oder suggerieren sie dank einer Klangpalette von elektroakustischem Leierkasten bis hin zu allerlei Objekten, die als Perkussionsinstrumente dienen. So fügen sich Bild- und Klangwelt ineinander, treten ins Gespräch und vervollständigen die Poesie dieses Märchens für Groß und Klein.






KULTURBUS AM 22. JANUAR 2014


MUSIKTHEATER / DEUTSCHLAND
DOPPELGÄNGER
VON DAVID MARTON
FRANKREICHPREMIERE
IN DEUTSCHER SPRACHE MIT FRANZÖSISCHER ÜBERTITELUNG

MI 22. JANUAR / 20:30 UHR
MAILLON-WACKEN

Doppelgänger  ist ein neues Projekt von David Marton, das im Januar 2014 am Staatstheater Stuttgart Premiere haben wird. David Marton hat Klavier und Orchesterleitung studiert und arbeitet jetzt als Regisseur. Er ist in Budapest geboren und wohnt in Berlin, wo er liebend gern lebt und arbeitet, sei es an der Volksbühne, sei es an der Schaubühne, wo er „Die Heimkehr des Odysseus“ von Monteverdi inszeniert hat, mit der er in der Spielzeit 2011-12 im Maillon zu Gast war. In Frankreich waren seine Arbeiten zudem im MC93 in Bobigny zu sehen, das vier seiner Produktionen gezeigt hat. An der Oper Lyon hat er soeben „Capriccio“ von Richard Strauss inszeniert.
Mit Doppelgänger wünscht David Marton Abstand von seiner vorherigen Arbeit über die epischen Diskursformen und ihre musikalische Struktur zu nehmen, um nach einem einfacheren und direkteren Ausdruck der Musik zu suchen. Er beschäftigt sich mit den immer häufiger auftretenden Gefühlen von Zorn und Wut als Symptom einer seit Jahrzehnten in uns aufgestauten Last. Sein Gegenpol wird der deutsche Romantiker E.T.A. Hoffmann sein, für den Wahnsinn nicht das Gegenteil von Realität ist, sondern der Ort, wo er in Erscheinung tritt. Die Form wird einfach sein und die Musik romantisch, aber: alles entsteht erst in der engen Zusammenarbeit mit den sechs oder sieben Sängern, Musikern und Interpreten, aus denen seine Gruppe zusammengesetzt ist.






KULTURBUS AM 6. FEBRUAR 2014


TANZ / FRANKREICH
TRAGÉDIE
CHOREOGRAFIE OLIVIER DUBOIS
IN ZUSAMMENARBEIT MIT PÔLE SUD

DO 6. FEBRUAR / 20:30 UHR
MAILLON-WACKEN

Nachdem Olivier Dubois in der vergangenen Spielzeit Révolution gezeigt hat, kommt er mit seiner jüngsten Inszenierung erneut nach Straßburg: Tragödie, ein Stück für achtzehn nackte Tänzer und Tänzerinnen. Auf der ebenso nackten Bühne sind Schritte und Körper zunächst Linien, Überquerungen, dann entschlossene Gänge, und schließlich ein durch eine einzige und selbe Energie, ein einziges Vorwärtswollen angetriebener Menschenchor. Neun Männer und neun Frauen bearbeiten den Boden mit ihren Schritten und Körpern. Es entsteht ein Kommen und Gehen wie eine Brandung, die sich wieder auflöst und im Rhythmus der musikalischen Böen von François Caffenne verschwindet. Die Schwingungen lösen ein Beben aus. Ein Spalt öffnet sich und lässt in diesem tellurischen Tumult die Transzendenz einer menschlichen Gemeinschaft erahnen.






KULTURBUS ZU GAST IN OFFENBURG AM 11. MÄRZ 2014


ZIRKUS / SCHWEDEN
CLOCKWORK
VON SISTERS
IN ZUSAMMENARBEIT MIT LES MIGRATEURS
UND DEM KULTURBÜRO OFFENBURG
Ab 8 Jahren

DI 11. MÄRZ / 20:30 UHR
REITHALLE OFFENBURG

In Clockwork komponiert die Gruppe Sisters eine Welt aus hybriden Kreaturen und Mutanten auf chinesischen Masten, im Mono-wheel, auf dem Seil, im Rhönrad, mit Tanz und Akrobatik. Die drei Körper der Akrobaten verschmelzen zu einem einzigen, verwandeln sich in seltsame Kreaturen oder kuriose Insekten. Mit seltener Virtuosität und erstklassiger akrobatischer Technik werden sie nach und nach zu wahren Zahnrädchen im Getriebe eines minutiösen Uhrwerks. Da sie der Gesetze des Rhythmus und der Schwerkraft spotten können, liegt ein Hauch von Humor und Leichtigkeit über dieser ersten Inszenierung, die ihren Höhepunkt in einer Menschen-Jonglier-Nummer findet, in der sie ihre perfekte Beherrschung der Illusion beweisen.






KULTURBUS AM 11. APRIL 2014


THEATER, TANZ / USA
BRONX GOTHIC
IM RAHMEN VON NEW YORK EXPRESS
VON OKWUI OKPOKWASILI
REGIE PETER BORN
MIT ENGLISCHEN SPRACHANTEILEN

FR 11. APRIL / 20:30 UHR
THÉÂTRE DE HAUTEPIERRE

Die Performance Bronx Gothic verdankt der gotischen Kunst ebensoviel wie der Erzählkunst des Griot und berichtet uns von der Geschichte der sozialen und sexuellen Ausbeutung zweier junger Mädchen in einem Viertel der Bronx, die auf einer wahren Begebenheit beruht.
Okwui Okpokwasili hat nigerianische Wurzeln, ist in der Bronx geboren, performt aber in Brooklyn. Allein auf der Bühne lässt sie uns die Beziehung ihrer Protagonisten anhand ihrer Korrespondenz erleben. Okwui Okpokwasili hat einen Abschluss an der Yale University. Sie hat bereits zwei Bessy Awards für ihre Arbeit als Performerin und Choreographin erhalten. Momentan ist sie zu Gast im MANCC (Maggie Allesee National Center for Choreography).
Das Stück ist noch in der Probenphase, es wird von den vier europäischen Partnern des New York Express koproduziert.





NEW YORK EXPRESS
3 STÜCKE DER ZEITGENÖSSISCHEN THEATERSZENE AMERIKAS
5. BIS 11. APRIL 2014

Für den Monat April haben wir geplant, Sie eine Woche lang einige Perlen der aktuellen New Yorker Theater- und Performance-Szene entdecken zu lassen.
Jedes Jahr hat der Big Apple zwei oder drei Festivals zu Gast, die das Event des Jahres sind: COIL, Radar und American Realness. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen und versucht, eine Auswahl der gezeigten Arbeiten zusammenzustellen und nach Europa einzuladen. Initiativen dieser Art erfordern allein wegen der Entfernung eine gemeinsame Organisation und eine entsprechende Logistik. Wir sind so vorgegangen: an der Basis gibt es einen Produzenten – Performance Space 122 (New York) – und vier Theater: das T2G (Gennevilliers), das Théâtre Garonne (Toulouse), das Zagreb Youth Theater (Zagreb), le Maillon (Straßburg), und außerdem zwei logistische und finanzielle Unterstützer: l’Office National de Diffusion Artistique (Paris) und FACE (New York).
Das Resultat ist eine kleiner Trupp New Yorker Darsteller und Akteure, die uns einen Monat lang in Europa besuchen werden: Tina Satter (Seagull / Thinking of you), Okwui Okpokwasili (Bronx Gothic)und Christina Masciotti (Autorin von Vision Disturbance).
Abgesehen von der Qualität einer jeden dieser gezeigten Arbeiten wollen wir auch eine Momentaufnahme der neuesten Inszenierungen der New Yorker Szene bieten.



KULTURBUS AM 14. MAI 2014


THEATER, BILDENDE KÜNSTE / FRANKREICH
SWAMP CLUB
VON PHILIPPE QUESNE / VIVARIUM STUDIO
IN FRANZÖSISCHER, ENGLISCHER UND DEUTSCHER SPRACHE
OHNE ÜBERTITELUNG

MI 14. + DO 15. MAI / 20:30 UHR
MAILLON-WACKEN

Ein swamp ist ein bewaldeter Sumpf, eine abgelegene Welt, die von seltsamen Geschöpfen und beunruhigenden Geräuschen erfüllt ist. Genau dort liegt der Swamp Club, ein zeitgenössischer, auf Pfählen gebauter Ort, der Künstler aus Polen und Island beherbergt, über eine Glasfassade verfügt und über ein Kammerorchester mit einem Repertoire von Mozart bis Schubert und Schostakovitsch.
Ein fantastisches urbanes Märchen bedroht dieses Gleichgewicht: ein großes Modernisierungsprojekt empfiehlt, aus dem Swamp Club ein Multimediacenter zu machen. Swamp Club ist ein Bild, eine Situation, oder vielmehr die Erwartung dessen, was unabhängig von unserem Wollen immer eintritt.
Im Gegensatz zur klassischen Dramaturgie unterstreicht die Gruppe Vivarium Studio die ganz normale Präsenz, die kleinen Gesten, kleine angedeutete Zeremonien von seltsamen Figuren – und manchmal einem Hund, und steckt unsere Alltagswelt so wie unter eine Glasglocke. Das Vivarium Studio erfreut sich buchstäblich an Nichtigkeiten.







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