KorresponDanSe

KorresponDanSe – Tanzperformance
"Wenn das, was wir lieben, uns verbindet"

Ein grenzüberspannendes Tanzperformance-Projekt der Compagnie Blicke, Strasbourg und der Kunstschule Offenburg mit drei interkulturellen zeitgenössischen Produktionen (2016/2017). Zwei Tanzensembles aus deutschen, französischen und von Flucht und Vertreibung betroffenen Jugendlichen entwickeln beiderseits des Rheins eine Choreografie (mittels Austausch über Videonachrichten etc.), die dann gemeinsam auf der symbolträchtigen Passerelle de Deux Rives (Brücke der zwei Ufer) in Kehl/Strasbourg, mitten auf der deutsch-französischen Grenzlinie, aufgeführt wird. Das Integrationsprojekt wird gefördert und unterstützt vom Fonds Soziokultur, der Offenburger Bürgerstiftung Sankt Andreas sowie dem Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau.





Wenn das, was wir lieben, uns verbindet
Im 2ten Anlauf gelang KorresponDanSe 2.0
 
Dieses Mal zeigten die Wettergötter Milde, statt wie bei der geplanten Premiere eine Woche zuvor, wenige Minuten vor dem Start, ein sattes Gewitter über den Rhein zu schieben. Am 23. Mai tauchte dann, beim 2ten Versuch, die langersehnte Frühlingsonne die 20 TänzerInnen des Projektes „KorresponDanSe“ in gleißendes Licht.

Am höchsten Punkt der Passerelle des Deux Rives, die in Kehl Deutschland und Frankreich verbinden, startete die 45minutige Tanzperformance mit einem fast still stehenden Bild, sich zeitlupenhaft bewegender TänzerInnen in großen dehnbaren Stoffhüllen. Sie wirkten in der Sonne wie Alabasterskulpturen und verbargen den mehr als 100 Zuschauenden zunächst Herkunft, Alter und Geschlecht der Tanzenden. Mit der einsetzenden Musik präsentierten sich dann aber einzelne Tänzer des 20 köpfigen deutsch-französischen Ensembles, auf der langgezogenen Fußgängerseite der Bücke wie auf einem Laufsteg, um sich in der Brückenmitte mit einem tänzerischen Solo oder einem Duo mit einem Partner aus dem Nachbarland vorzustellen. „Eine der Ideen dahinter ist es, dass wir dem Publikum Zeit geben wollten, in Ruhe die vielen verschiedenen  Körpertypen, deren Fremdhaftigkeit oder Vertrautheit anzuschauen, ohne sich vielleicht als Fremde anstarrende Voyeure zu fühlen. Gerade viele Flüchtlinge legen sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres und Manieren.“ erklärt Rica Matthes, die zusammen mit Karoline Stächele seit Februar mit den Flüchtlingen und Deutschen in der Kunstschule Offenburg arbeiten.





Das Stück verdichtete sich zunehmend in schnellen und kraftvollen Tanzstücken verschiedener Konstellationen und Gruppengrößen. Immer wieder stiegen auch Tänzer von der linken Rheinseite, also Flüchtlinge und Franzosen, in die kurzen Choreografien mit ein. Diese hatten sich, obwohl es zuvor keine persönlichen Zusammenarbeit mit der deutschen Seite geben konnte, über Videotransfer mit den Stücken beschäftigt und so trotzdem eine gemeinsame Tanzsprache verwirklicht. Die volle Vitalität und Lebensfreude der tänzerischen Zusammenarbeit der jungen Erwachsenen die aus Europa oder außerhalb des sog. Schengen-Raums stammen, entfaltete sich dann im großen zentralen Mittelstück der Performance, an dem alle KorresponDanSe-Tänzer mitwirkten. Das war der Moment, aus dem sich später die Gruppe aus der Kunstschule zurückzog und dann der französische Seite die Brückenmitte überlies, damit nun diese ihre spezifischen Choreografie-Bausteine tanzen konnten. „Das sind Stücke, in denen es auch um das Nichtdasein eines Menschen geht, sozusagen eine Leerstelle, die tänzerisch bedacht wird.“ stellt Enrico Tedde, der die tänzerische Leitung der französischen Seite übernommen hat, einen Ideenhintergrund dar. Seine poetischen Bilder mitten in gefühlvoller Musik bildeten die gelungene Ergänzung der kraftvollen, von zeitgenössischer Musik geprägten Tanzbewegungen von der rechten Rheinseite.





„Wir sind sehr dankbar darüber, die Chance erhalten zu haben, einmal beispielhaft zeigen zu können, welche konstruktive Kreativität und Kraft entsteht, wenn wir unsere Potentiale nicht hinter Grenzen abschotten, sondern offen miteinander austauschen. „KorresponDanSe“ ist für uns so auch ein Modell dafür, wie gut, friedlich und enorm produktiv multikulturelle Gruppen mit ihren verschiedene Nationalitäten, Sprachen, Religionen und Ethnien zusammen arbeiten können.“ bedankt sich nach dem lang anhaltendem Schlussapplaus, Initiator und Projektleiter Heinrich Bröckelmann, beim Fonds für Soziokultur, dem Eurodistrikt, dem Institut für deutsche Sprache und der Bürgerstiftung St. Andreas Offenburg. Er kündigte auch das kommende 3te Tanzstück von KorresponDanSe an, für das jetzt junge, an Tanz interessierte Deutsche, Franzosen und Flüchtlinge aus aller Welt gesucht werden. Das neue Stück entsteht im Sommer in einer Kompaktwoche vom 14. bis zum 19. August. Auch der Premierentermin steht bereits: Sa. 19. August, 18:30 Uhr (Ausweichtermin bei schlechtem Wetter So. 20. August 11:00 Uhr).

Ansprechpartner für Interessenten ist der Leiter der Kunstschule, Heinrich Bröckelmann, zu erreichen unter 0781/9364-320 oder mail@kunstschule-offenburg.de.





ein grenzüberschreitendes Projekt von
Kunstschule Offenburg | Compagnie Blicke


gefördert und unterstützt von