Natürlich – würzig, rauschend, süß – 3. Projektjahr

Nachhaltigkeit lernen - Kinder gestalten Zukunft
3. Projektjahr des kunstpädagogischen Modellprojekts „Natürlich – würzig, rauschend, süß“

Das Modellprojekt „Natürlich – würzig, rauschend, süß“, das die Kunstschule Offenburg gemeinsam mit ihren Partnern seit 2014 erfolgreich durchführt, ist in seinem letzten Projektjahr dem Thema „Naturelemente - der Wind“ gewidmet. Das dreijährige Projekt wird im Rahmen des Programms „Nachhaltigkeit lernen - Kinder gestalten Zukunft“ von der Baden-Württemberg-Stiftung in Kooperation mit der Heidehof-Stiftung gefördert.

Dokumentation des Gesamtprojekts


Dem Wind auf der Spur
Kinder gehen ökologischen Phänomenen auf den Grund





Wie entsteht der Wind? Wie klingt er? Wie fühlt er sich an? Eine Woche lang erforschten 40 Kinder im Alter von 6-10 Jahren in den Ateliers der Kunstschule verschiedene Dimensionen dieser elementaren Naturkraft - eingebettet in ein dreijähriges Projekt zur Nachhaltigkeit, das den Titel „Natürlich – würzig, rauschend, süß“ trägt. Der „Wind“ ist das Thema des letzten von drei kunstpädagogischen Jahresbausteinen, mit denen die Bedeutung der überlebenswichtige Symbiose der Menschheit mit der Pflanzenwelt, dem Tierreich und den Naturelementen erforscht, künstlerisch dargestellt und so neu verstanden werden kann.

In der vergangenen Woche fand nun die letzte große Werkstattwoche statt, an der Kinder aus der Astrid Lindgren Schule Offenburg, der Astrid Lindgren Schule Hesselhurst sowie aus dem Stadtteil- und Familienzentrum Oststadt, praktisch und in kreativen Prozessen den Fragen der Nachhaltigkeit und des Zusammenspiels von Natur und Mensch nachgingen. Alle Kinder sind seit 2014 dabei und lernten in etlichen Projektwochen aufbauend die komplexe Bedeutung von Pflanzen, am Beispiel der Kräuter, von Tieren, am Beispiel der Insekten (Bienen) und der Naturelemente, am Beispiel des Windes, im ökologischen Zusammenspiel kennen.





„Das Projekt ist ein gelungener Versuch kognitives Wissen spielerisch zu erforschen, sinnlich erfahrbar zu machen und künstlerisch umzusetzen“, so Projektleitung Almut von Koenen. „Forschung wird hier im wahrsten Sinne des Wortes kindgerecht begriffen“. Damit erfüllt die Kunstschule die Rahmenbedingungen der Programmreihe „Nachhaltigkeit lernen - Kinder gestalten Zukunft“ der Baden-Württemberg-Stiftung in Kooperation mit der Heidehof-Stiftung, die das seit 2014 Projekt modellhaft fördern.

Mit den Geheimnissen von Luft und Wind, dem letzten Nachhaltigkeitsthema des Projektes, beschäftigten sich die Kinder bereits seit Herbst 2016. Im November wurden dort an drei Tagen phantasievolle wie funktionstüchtige Windmesser gebaut, Isobare gemalt, ein Gemeinschaftsspiel zum Thema erfunden und erste physikalische Windexperimente gemacht. Im März 2017 füllte dann ein riesiger Heißluftballen den Platz vor der Kunstschule. Ballonpilot Günter Walter stellte gemeinsam mit den Kindern sein Luftgefährt, das vom Wind seine Richtung bekommt, auf dem Platz der Verfassungsfreunde auf. Dabei tauschte er sein Expertenwissen mit den Kindern aus, denn längst sind auch sie zu kleinen Experten geworden. Und so diskutierte man „auf Augenhöhe“ etwa über die Eigenschaften von heißer und kalter Luft, warum ein Ballon steigt und wieso man sagt: „ein Ballon fährt“ und nicht „fliegt“.





In der letzten Woche, die mit einer einstündigen Präsentation beendet wurde, arbeiteten die Kinder mit zwei Tänzerinnen und zwei Kunstschuldozentinnen. Während die Viertklässler im Tanzatelier mit ihren Körpern den Wind tänzerisch eine Körpersprache gaben und ihn choreografierten, bauten bzw. malten die Kindergartenkinder und die Drittklässler große Skulpturen, die vom Wind angetrieben werden. Schule, Kindergarten und Kunstschule arbeiten hier intensiv zusammen. „Ich bin erstaunt, wie gut das Thema über die Bewegung bei den Kindern ankommt und Physik an neuen Wegen verstanden und aufgenommen wird“, so Susanne Bühler, Klassenlehrerin der vierten Klasse. Der achtjährige Henri beschreibt  seine Beobachtung zum Wind poetisch: „Wenn kein Wind ist, dann steht er. Und wenn er sich bewegt, ist er auf Reisen.“

Im Juli 2017 findet zum Gesamtabschluss noch eine Präsentation der gesamten künstlerischen Nachhaltigkeitsprojekte der letzten Jahre statt. Dann werden hängende Gärten, kunstvolle Wachsobjekte, Bienentänze, Windmaschinen und wirbelnde Luftmassen die Kunstschule in ein Ökoparadies verwandeln.





Informationen zum Projekt:

Unter den vielfältigen Schulkooperationen, die die Kunstschule  derzeit durchführt, befindet sich auch ein mehrjähriges Projekt, bei dem sich Schüler und Kindergartenkinder in den Ateliers der Kunstschule, in mehreren Projektblöcken und  über den Weg der Künste, dem Thema Ökologie nähern. Neue Wege wurden dazu gesucht und gefunden!

Die Kunstschule Offenburg entwickelte dazu ein Konzept, dass seit 2015 im Rahmen der Projektförderung “Nachhaltigkeit lernen – Kinder gestalten Zukunft“ von der der Baden-Württemberg Stiftung, in Kooperation mit der Heidehof-Stiftung gefördert wird. Diese Stiftungen fanden gerade den von der Kunstschule vorgeschlagenen Weg der ästhetischen Mittel und handwerklichen Kreationen, zu dem komplexen Thema der Ökologie und der Nachhaltigkeit, als modellhaft und richtungsweisend.

Unter der Projektleitung von Almut von Koenen, Pädagogische Mitarbeiterin der Kunstschule Offenburg, stellt unser Projekt die Bereiche Pflanzen, Tiere und Naturelemente in den Mittelpunkt, um über die Wege des künstlerischen Lernens und Gestaltens, für die uns alle lebenswichtige, ökologische und soziale Symbiose von Natur und Menschen zu untersuchen.

Gemeinsam mit Künstlern und den Lehrern bzw. Sozialpädagogen der drei beteiligten Kooperationseinrichtungen: Klasse 4a der Astrid-Lindgren-Schule Offenburg, 3. Klasse der Astrid-Lindgren-Schule Hesselhurst/Goldscheuer und einer Kindergartengruppe aus dem Stadtteil und Familienzentrum Ost,  hat die Kunstschule Konzepte für spannende künstlerische Aktionen für die Bereiche: Pflanzen (Kräuter), Insekten (Bienen) und Elemente (Wind) entwickelt.