Perspektive 50plus


Kreativwerkstatt Perspektive 50plus
Ein Kooperationsprojekt der Kunstschule Offenburg und der Initiative Perspektive 50plus der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis.





2011/2012





Gestern, Heute, neuer Morgen
ein Kurzfilm der Kreativwerkstatt Perspektive 50plus, 2011

© 2011
Regie: Ronald Linder
Projektleitung: Veronika Pögel, Kunstschule Offenburg
Darsteller, Technik, Requisite: Elfi Brandt, Hannelore Mundweiler, Gunter Schulz, Roland Wagner, Ina Zapisch


Im Förderzeitraum 2011/2012 unterstützte die Kulturstiftung Offenburg ein Kunst- und Medienprojekt der Kunstschule Offenburg, dass Menschen einen aktiven bzw. aktivierenden Zugang zur Medienkultur eröffnete, die aufgrund ihrer Lebens- bzw. materiellen Situation kaum bzw. nur schwer am kulturellen Leben der Stadt teilnehmen können.

In Zusammenarbeit mit dem Filmemacher und Kameramann Ronald Linder und unter der Projektleitung von Veronika Pögel (Kunstschule Offenburg) entwickelten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kreativwerkstatt 50plus eine poetische Filmgeschichte, in der Lebensthemen, Herausforderungen und kleine Fluchten von Menschen, die lange Zeiten ohne Erwerbsarbeit verkraften müssen, mit filmischen Mitteln umgesetzt werden. In dem Film „Gestern, Heute, neuer Morgen" verarbeiteten die Beteiligten Themen und Schicksale. Sie entwarfen das Drehbuch und stellten dazu treffende Drehorte, Kostüme und Requisiten zusammen.

Es handelt sich um den 2ten Film den die Gruppe produziert hat. Der erste Film „Eine kleine Spinnerei“ gewann 2011 den 1ten Preis im Sonderthema des Bundeswettbewerbs „Video der Generationen".




2010/2011





Ende - eine kleine Spinnerei
ein Kurzfilm der Kreativwerkstatt Perspektive 50plus, 2010

© 2010
Regie: Ronald Linder
Projektleitung: Veronika Pögel, Kunstschule Offenburg
(1ter Preis „Video der Generationen“ 2011)


Ende - eine kleine Spinnerei
Ein Kurzfilm der Kreativwerkstatt Perspektive 50plus - Arbeitsplatz Atelier

Eine kreative Auseinandersetzung mit einer verlassenen Maschinenhalle auf dem Gelände der Spinnerei Offenburg GmbH. Die Spinnerei hat über 100 Jahre das industrielle Stadtgeschehen mitgeprägt. 2008 wurde die Produktion eingestellt und teilweise nach Indien ausgelagert.
Die Konfrontation mit einer sichtbaren Endgültigkeit und der Dialog mit zurückgelassenen menschlichen Spuren und Gegenständen wurden  für einen Monat Thema und Herausforderung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kreativwerkstatt Perspektive fünfzigplus – Arbeitsplatz Atelier, ein Kooperationsprojekt der Kunstschule Offenburg mit der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenau.

Die Ergebnisse wurden in Form von Rauminstallationen, Zeichnungen, Malereien und Fotos in dieser Maschinenhalle öffentlich präsentiert.
Eine besondere Geste eines Teilnehmers beim Abbau der Präsentation in der Halle war der Auslöser für die Idee einen Kurzfilm zu drehen. Gemeinsam wurden Bilder und Abläufe diskutiert und ein Drehbuch entwickelt, das mit den begrenzten zeitlichen und organisatorischen Möglichkeiten realisierbar war. Alle 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich für dieses Filmprojekt stark und fanden Bilder für ihre Empfindungen, zu den Themen Arbeitsplatzverlust und Veränderung. Der Wunsch nach Erhaltung und das Akzeptieren von globalen Veränderungen, die Entwicklung einer eigenen Haltung dazu, bestimmten die Diskussionen. Gefunden wurde eine Bildsprache die allen teilnehmenden Personen eine kleine „Spinnerei“ erlaubte.

Dieser Film „Ende - eine kleine Spinnerei“ wurde für  den Bundeswettbewerb „Video der Generationen“ 2011 in Gera  nominiert. Gezeigt wurden 40 ausgewählte Filmbeiträge  aus 800 Einsendungen. Dort erhielt der Film in der Rubrik: Sonderthema „grenzenlos“ den 1. Preis.
Die Entscheidung, diesen Beitrag für das Sonderthema „grenzenlos“ einzureichen, entwickelte sich aus dem Filmtitel „Eine kleine Spinnerei“, denn spinnen setzt Grenzenlosigkeit voraus und eine Auseinandersetzung mit den persönlichen Grenzen, die alle überspringen mussten, um zum ersten mal vor einer Kamera zu agieren, die eigene Arbeitslosigkeit in einer neuen Form zu thematisieren und sie gleichzeitig mit einer arbeitlosen Maschinenhalle in Beziehung zu setzen.

>> Website KJF / Video der Generationen

Inhaltsangabe:

Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft - der Versuch auf existentielle Lebensfragen Bilder zu finden, in diesem Falle mit dem Medium Film. 
Gezeigt wird ein filmischer Moment, der eine über 100jährige Geschichte eines Ortes industrieller Produktion zusammenfasst.
Ort der Handlung  ist die ehemalige Maschinenhalle der Spinnerei Offenburg GmbH. Diese Spinnerei und das Gelände warten auf eine neue Bestimmung.
Pantomimische Gesten erinnern an Vergangenes und  werfen ein Blick in die Zukunft dieser Produktionsstätte. Getragen wird die Handlung durch authentische Klänge und Rhythmen vor Ort, zurückgelassene Restbestände aus der Produktion ergaben die Klangkörper und bestimmten den Rhythmus eines Arbeitslebens. Der Wunsch, diesem Arbeitsort einen würdigen Abschied zukommen zu lassen, wurde durch die symbolische Handlung in der Wiedererweckung des maschinellen Herzschlages und einem innigen Abschiedskuss vollzogen. Für einen Moment bekam die Maschinenhalle ihre Würde zurück, die im grenzenlosen Takt von Kostendruck und  Billiglöhnen geopfert wurde.
Eine Geste, eine Handlung, die sich die Darsteller auch für sich selbst gewünscht hätten.