Kooperationsprojekt Rhizome


Rhizome – Kreative Querverbindungen von Kunst und Schule
Schulische Unterrichtsthemen im Kontext künstlerischen Lernens





Das Projekt Rhizome - kreative Querverbindungen von Kunst und Schule ist ein Lehr- und Lernmodell, in dem sich Fachwissen mit künstlerischer Praxis vernetzt. Unterrichtsthemen, egal in welchem Fach, werden aus dem Schulkontext in den Kontext des künstlerischen Lernens transportiert, um im Atelier aus neuen Blickwinkeln und mit ästhetischen Mitteln zu untersuchen und erweitert zu verstehen. So sollen in diesem Projekt kognitive Lernprozesse des schulischen Alltags um die Potenziale des ästhetisch-kulturellen und emotionalen Lernens erweitert werden.

 „Rhizome“ schafft damit Lernwege und Erfahrungsräume, in denen kognitives Wissen über den Weg der Künste, verbunden mit individueller Kreativität, erworben, verstanden und vertieft werden kann.

Der Titel „Rhizome“ weist darauf hin, dass dieses Projekt auf einer Lehr- und Lernkultur basiert, die individuum- und teamzentriert angelegt ist. Sie baut auf der Wertschätzung und Nutzung von Vielfalt auf. Anstelle eines Stammes, eines Ursprungs oder Endes (sozusagen einer gewachsenen Hierarchie) gibt es ein wachsendes Netzwerk von Verbindungslinien und damit eine Vielfalt von Anknüpfungspunkten.

Künstler*innen, Pädagog*innen und Schüler*innen arbeiten von Anfang an auf Augenhöhe zusammen. Partizipation ist damit nicht nur ein grundlegendes Prinzip des Projektes, sondern integriert gleichzeitig auch ein zentrales Bildungsziel von Schule. Gemeinsam Entscheidungen treffen, Lösungen entwickeln, Erfahrungen sammeln sind dabei Bestandteile, die zum eigenverantwortlichen Lernen aktivieren und die Lernenden zu Subjekten ihrer Bildungsprozesse werden lässt.





Seit 8 Jahren führt die Kunstschule regelmäßig Rhizome -Projekte mit Schulen durch. Es haben bereits 34 Klassen, insgesamt 650 Schüler*innen in insgesamt  54 Workshops teilgenommen.

Im Schuljahr 2013/14 wurde das Projekt von der Ravensburger Stiftung im Rahmen Ihrer Ausschreibung „Kunst.Klasse“ gefördert und als „außergewöhnlich offenes, Spielräume für erweitertes Lernen abseits ausgetretener Pfade und Demarkationslinien der Fächer ermöglichendes ästhetisch-kulturelles Projektvorhaben“ bezeichnet.

Für die Von-Berckholtz-Schule Ortenberg gehört das Projekt inzwischen zum festen Bestandteil außerschulischer Veranstaltungen. Ab der zweiten Klasse kommen jedes Jahr alle Klassen für einen Vormittag mit einem Thema in die Kunstschule und erleben Unterricht aus einer ganz anderen Perspektive.





Das Projekt kann jeder Zeit von Schulen gebucht werden.

Ansprechperson und Projektleitung:
Almut von Koenen (Bereichsleitung Jugendkunstschule)
Tel.: 0781 / 93 64-335
E-Mail: almut.vonkoenen@kunstschule-offenburg.de




Weiterführende Links


Dokumentation des Projektjahres 2013/2014 im Rahmen der Förderung Kunst.Klasse der Stiftung Ravensburger Verlag:

Dokumentation (pdf)


Das Projekt über die Kunstschule hinaus – Themenforum bei der 26. Kunstschultagung Baden-Württemberg (2015):

Dokumentation (pdf)


Pressebericht der Badischen Zeitung (01/2019) über die langjährige  Kooperationsarbeit mit der Von-Berckholtz-Schule, Ortenberg:

Pressebericht (bo.de)


Projektberichte der Von-Berckholtz-Schule, Ortenberg (Kooperation seit 2015) – zu finden unter Aktuelles auf ihrer Website:

Projektberichte (ortenberg.de)










Der Begriff Rhizome stammt ursprünglich aus der Botanik und beschreibt ein wurzelartiges Geflecht, welches sowohl senkrecht als auch waagerecht wächst. Ein Zusammenhang zu dem Begriff und dem darauf aufbauenden Konzept lässt sich erst wirklich erkennen, wenn man die Definition von Gilles Deleuz und Felix Guattari hinzunimmt, die den Begriff in ein „ nicht hierarchisches und asignifikantes“ Denkmodell abgeleitet haben: „ Zwar hängen alle Teile miteinander zusammen, aber es gibt kein dominierendes und durchgängiges beibehaltendes Formprinzip. Die bestimmenden Charakteristiken sind (1) Konnexion – alles hängt mit allem zusammen –, (2) Heterogenität – die Elemente sind nach verschiedenen Regeln gebildet und verknüpft –, (3) Vielheit – die Verbindungen zwischen Elementen ergeben Unmengen von inneren Verbindungen –, (4) asignifikanter Bruchs – Rhizome können partiell zerstört oder geteilt werden, ohne dass sie aufhörten zu wachsen –, (5) Kartographie und (6) Dekalkomonie – Rhizome sind Karten, keine Kopien. Diese Eigenschaften zeichnen rhizomatische Strukturen gegen alle Sprachformen aus. Die modellhafte Vorstellung des Rhizoms ist vor allem als Metapher von Wissensstrukturen angesehen worden...“ (http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=649)